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Urlaubsanspruch – Wie viel Urlaub steht mir als Arbeitsnehmer zu?

Bild: Urlaubsanspruch – Wie viel Urlaub steht mir als Arbeitsnehmer zu?
In Deutschland hat man ein Recht auf Erholungsurlaub. © Getty Images, gilaxia

Der Urlaubsanspruch kann von Fall zu Fall variieren

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie viel Urlaub Ihnen als Arbeitnehmer rechtlich mindestens zusteht und welche Rechte ihr Arbeitgeber diesbezüglich hat? Wir haben recherchiert und die wichtigsten Fragen zum Thema Urlaubsanspruch geklärt.

Für viele Arbeitnehmer gehören bei Arbeitsvertragsabschluss neben dem Gehalt die festgehaltenen Urlaubstage zu den wichtigsten beruflichen Vereinbarungen. Welchen Urlaubsanspruch Sie mindestens haben und welche Regelungen beim Thema Resturlaub, Sonderurlaub oder unbezahlter Urlaub greifen, erfahren Sie bei uns.

Welchen gesetzlichen Urlaubsanspruch habe ich?

Sind Sie in Vollzeit, Teilzeit, als Volontär, befristet oder als geringfügig beschäftigt bei Ihrem Arbeitgeber angestellt, dann regelt Ihren Urlaubsanspruch das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Darin heißt es in § 1: „Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.“

Wie viele Tage pro Jahr das genau sind, hängt davon ab, wie viel sie arbeiten. Bei einer Fünftagewoche stehen Ihnen 20 Urlaubstage zu, bei einer Sechstagewoche sogar 24. Wenn Sie jedoch nur an vier Tagen in der Woche arbeiten, schrumpft ihr gesetzlicher Urlaubsansprung auf 16 Tage. Menschen mit einer schweren Behinderung stehen fünf Urlaubstage pro Jahr mehr zu.

Wichtig: Diese gesetzliche Grundlage beim Urlaubsanspruch setzt das MINIMUM an Urlaubstagen fest. In vielen Berufen und Branchen haben die Arbeitnehmer deutlich mehr Urlaub, in vielen Fällen sind es 30 Tag pro Jahr.

Habe ich einen Anspruch auf Sonderurlaub?

Mitarbeiter haben einen Anspruch darauf, zum Beispiel bei Todesfall eines nahen Angehörigen (Verwandtschaft 1. Grades), der Geburt des eigenen Kindes, der eigenen Hochzeit oder einem Umzug in eine andere Stadt Sonderurlaub zu beantragen.

Dabei ist es abhängig vom Anlass, wie viele Tage Sonderurlaub vom Arbeitgeber gewährt werden. Die meisten Arbeitgeber richten sich an den im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) genannten Anlässen und Längen. Beispielsweise ist hier die Geburt des eigenen Kindes mit einem Tag Urlaub festgelegt, der Tod des Ehepartners dagegen mit zwei Tagen.

Letztendlich ist es auch von der Gutmütigkeit beziehungsweise dem Verständnis Ihres Arbeitsgebers abhängig, ob er Ihnen bei diesem Urlaubsanspruch zusätzlich zu den im TVöD definierten Urlaubstagen freie Zeit zum Durchatmen und Verarbeiten der besonderen Ereignisse gewährt.

Urlaubsanspruch: Was sieht das Gesetz bei Resturlaub vor?

Wenn Sie am Ende des Jahres noch Resturlaub übrighaben, können Sie diesen ins Folgejahr übertragen. Auch wenn das BUrlG in § 7 Absatz 3 eigentlich vorsieht, dass der gesamte Jahresurlaub im selben Kalenderjahr genommen werden muss und am 31. Dezember des Jahres verfällt, genehmigen die meisten Arbeitgeber eine Übertragung von Resturlaubstagen.

Diese müssen dann jedoch – wenn nicht anders vereinbart – bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden.

Unbezahlter Urlaub: Welchen Anspruch habe ich?

Laut Arbeitsrecht gibt es keinen generellen Urlaubsanspruch auf unbezahlte Urlaubstage. Liegen jedoch besondere Lebensumstände vor, beispielsweise wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt ist und Pflege benötigt, kann der Arbeitgeber unbezahlten Urlaub gewähren. Dieser kann bis zu einer Zeitspanne von sechs Monaten genehmigt werden.

Wichtig: Da Regelungen zum unbezahlten Urlaub für gewöhnlich nicht im Arbeitsvertrag enthalten sind, sollten der Antrag auf Sonderurlaub und alle damit verbundenen Einigungen immer schriftlich festgehalten werden.

Was passiert mit meinem Urlaubsanspruch, wenn ich im Urlaub krank werde?

Da hat man sich so lange auf den verdienten Urlaub gefreut und dann das: Sie werden im Urlaub krank! Was nun? Hier gilt dasselbe Prozedere wie sonst auch: Melden Sie sich krank, am besten direkt mit Attest.

Befinden Sie sich zum Zeitpunkt Ihrer Erkrankung im Ausland, müssen sie schnellstmöglich Ihren Chef über folgende Dinge informieren:

  • Adresse am Urlaubsort
  • Krankheit
  • voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • ggfls. Datum der vorzeitigen Rückkehr aus dem Urlaubsort

So können Sie Ihre wertvollen Urlaubstage aufsparen, denn Ihnen steht für die Zeit, in der Sie nachweislich krank waren, der gesamte Urlaub zu (siehe § 9 BUrlG).

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