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'Upsee': Hoffnung für gehbehinderte Kinder

So soll 'Upsee' Gehbehinderten helfen

Debby Elnatan hat einen Sohn, der an infantiler Zerebralparese leidet – er kann seine Beine nicht fühlen und wird niemals gehen können. Seine Mutter wollte ihm trotzdem zeigen, wie sich das Laufen anfühlt und hat das Konzept für ‚Upsee‘ entwickelt: Ein Gurtwerk, das es dem Kind ermöglicht, mit Hilfe eines Erwachsenen zu gehen. Die Erfindung kam so gut an, dass sie nun weltweit bestellt werden kann.

Das Gurtwerk 'Upsee' lässt gehbehinderte Kinder mit Hilfe eines Erwachsenen laufen
Die ersten Gehversuche sind sowohl für Kinder als auch die Eltern sehr emotional

Debby Elnatan ist eigentlich keine Erfinderin, sondern hauptberuflich Musiktherapeutin. Ihr Sohn Rotem hat nie das Gehen erlernt. Als er zwei Jahre alt war, bekam seine Mutter die schreckliche Diagnose zu hören: Ihr Sohn kann seine Beine nicht fühlen - er ist sich ihrer überhaupt nicht bewusst. Die Krankheit, an der Rotem leidet, heißt infantile Zerebralparese. Es ist eine frühkindliche Hirnschädigung, die als unheilbar gilt. Durchschnittlich leiden 9 von 100.000 Kindern weltweit an der Krankheit, die das Gehen unmöglich macht.

Das Gurtwerk lässt Kinder bequem gehen

Doch Debby gab nicht auf. Sie entwickelte ein Konzept für ein spezielles Gurtwerk, mit dem das Kind zusammen mit einem Erwachsenen gehen kann. Die Füße des Kindes werden dabei in speziellen Sandalen an den Füßen des Erwachsenen befestigt. Auf diese Weise kann das Kind zusammen mit dem Erwachsenen Schritte setzen, das Gurtsystem stabilisiert dabei den gesamten Körper des getragenen Kindes, ohne es unnötig einzuschränken: Die Arme des Kindes und des Erwachsenen bleiben immer frei.

Die Erfinderin war so sehr von ihrem Konzept überzeugt, dass sie mit ihrer Idee an den irischen Kindersitz-Hersteller Leckey herangetreten ist. Nach erfolgreichen Tests in Großbritannien, den USA und Canada hat sich das Unternehmen überzeugen lassen und ‚Upsee‘ tatsächlich produziert – ab dem April 2014 können die Gurtwerke weltweit bestellt werden. Derzeit wird untersucht, ob die Spezialanfertigung sogar einen therapeutischen Effekt hat und die Muskulatur stärkt.

Auch die dreijährige Bethany und der fünfjährige Daniel können dank der Spezialkonstruktion gehen. Wie das aussieht, sehen Sie im folgenden Video.

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