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Unterhaltszahler dürfen mehr behalten

Unterhaltszahler dürfen mehr behalten

Mehr zum Leben für Unterhaltspflichtige - Kids drehen eine Nullrunde

Arbeitenden Unterhaltspflichtigen bleibt seit diesem Jahr mehr Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hob in der bundesweit angewandten "Düsseldorfer Tabelle" den sogenannten Selbstbehalt als "unterste Opfergrenze" von 900 auf 950 Euro im Monat an.

Kinder und Ex-Partner müssen im Jahr 2011 eine Nullrunde drehen, nachdem die Sätze im vergangenen Jahr um 13 Prozent kräftig angehoben worden waren. Einzige Ausnahme: Studenten mit eigener Wohnung haben nun Anspruch auf 670 statt bisher 640 Euro im Monat.

Auf den Staat kommen damit höhere Sozialausgaben zu: Durch den höheren Selbstbehalt könnten deutlich mehr Kinder in die Sozialhilfe rutschen. Kindern, denen der Staat ohnehin schon Sozialhilfe zahlt, muss er nun - bei unverändertem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteile - entsprechend mehr zahlen. Der Selbstbehalt von arbeitslosen Unterhaltspflichtigen Müttern und Vätern bleibt mit 770 Euro unverändert.

Gegenüber einem unterhaltsberechtigten Ex-Partner steigt der nicht antastbare Eigenbedarf von 1000 auf 1050 Euro. Sind die Kinder volljährig und haben ihre Schulausbildung abgeschlossen, bleiben den zahlenden Müttern und Vätern künftig 1150 statt bisher 1100 Euro zum Leben übrig.

Wer unterhaltspflichtig gegenüber seinen eigenen Eltern ist, etwa weil deren Rente und Pflegeversicherung zur Deckung der Kosten nicht ausreicht, darf künftig 1500 statt 1400 Euro pro Monat selbst behalten.

Die Düsseldorfer Tabelle ist die bundesweit einheitliche Richtschnur für Unterhaltszahlungen. Die Tabelle ist mit den Familiensenaten aller deutschen Oberlandesgerichte abgestimmt, hat aber keine Gesetzeskraft.

Die Sätze richten sich nach dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils sowie nach dem Alter der Kinder. Der Mindestunterhalt bei einem monatlichen Nettoeinkommen bis 1.500 Euro liegt nach der Tabelle zwischen 317 und 488 Euro. Beträgt das Nettoeinkommen beispielsweise 3.000 Euro, steigen die Unterhaltssätze auf 338 bis 519 Euro. Verdient der Unterhaltspflichtige - zumeist ist es der Vater – 4.000 Euro netto, so stehen den getrennt von ihm lebenden Kindern 405 bis 623 Euro zu.

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