FAMILIE FAMILIE

Unterhaltsvorschuss: Das ändert sich für Alleinerziehende ab Juli

Unterhaltsvorschuss: Was Sie jetzt wissen müssen
Unterhaltsvorschuss: Was Sie jetzt wissen müssen Anträge und Höhe des Vorschuss 00:02:02
00:00 | 00:02:02

Erweiterung des Unterhaltsvorschuss beschlossen

Der Staat springt ein, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil nicht oder zu wenig Unterhalt zahlt. Mit der Erweiterung des Unterhaltsvorschusses können sich Alleinerziehende auf mehr - und vor allem deutlich längere - Unterstützung freuen.

Das ändert sich mit der Neuregelung zum 1. Juli:

Die Höhe der bisherigen Leistungen werde durch die Reform nicht beschnitten, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD). Für Kinder bis fünf Jahre gibt es 150 Euro, bis elf Jahre 201 Euro und für ältere Kinder 268 Euro im Monat. Der Unterhaltsvorschuss soll ab einem Bruttoeinkommen von monatlich 600 Euro zu beantragen sein.

Bisher lag die Altersgrenze für die Zahlung des Vorschusses bei 12 Jahren. Die Grenze soll auf 18 Jahre angehoben werden. Außerdem fällt nach Angaben der Bundesfamilienministerin eine weitere Schwelle: Die Begrenzung auf sechs Jahre Bezugsdauer wird aufgelöst. Dadurch kann die Höhe der Leistungen für Alleinerziehende bei langjährigen Vorschusszahlungen um bis zu 33.768 Euro steigen.

Viele Betroffene erhalten Hartz-IV-Leistungen und müssen den Unterhaltsvorschuss damit verrechnen. Dadurch stellen sie sich finanziell nicht unbedingt besser. Die neue Regelung soll einen Anreiz schaffen aus den Sozialleistungen zu kommen. Denn ab 600 Euro monatlichem Bruttoeinkommen zahlen Bund und Länder den Vorschuss.

Wichtigste Frage: Erhalten Alleinerziehende rückwirkend Geld? Die Antwort darauf sehen Sie im Video.

Mehr Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende
Mehr Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende Altersgrenze steigt 00:00:44
00:00 | 00:00:44

Zusätzlicher Anspruch für Hunderttausende Kinder

Bisher bekommen rund 440.000 Kinder den Unterhaltsvorschuss, denn nicht jeder Berechtigte beantragt ihn. Das Ministerium rechnet damit, dass nach dem Ausbau bis zu 260.000 Kinder zusätzlich den Anspruch haben werden. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rechnete dagegen mit 400.000 mehr.

Die Kosten für die Reform betragen rund 350 Millionen Euro. Bis zuletzt hatten Bund, Länder und Gemeinden um die Finanzierung gestritten. Laut Bundesfamilienministerium soll der Bund 40 Prozent der Kosten tragen, die Länder übernehmen 60 Prozent.

Witwe trifft Mann, der das Gesicht ihres toten Mannes trägt
Witwe trifft Mann, der das Gesicht ihres toten Mannes trägt Nach Gesichtstransplantation 00:02:20
00:00 | 00:02:20

Sie interessieren sich für die Themen Familie und Erziehung? Wir haben viele spannende Themen für Sie in der Videoplayliste zusammengestellt.

Anzeige