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Unterhaltspflicht: Was tun, wenn der Ex nicht zahlt?

Wer sich trennt, ist oftmals auf Unterhalt angewiesen.
Wenn der Ex-Partner nicht zahlt, kann man vor Gericht klagen. Denn es besteht Unterhaltspflicht. © picture alliance / dpa, Andreas Gebert

Scheidung: Kampf um den Unterhalt

Ehen und Beziehungen können zerbrechen - das ist jedem klar. Schlimm, wenn Kinder involviert sind. Oft versuchen beide Partner eine gemeinsame Lösung zu finden. Sie vereinbaren einen Unterhalt, den sie selbst berechnet haben. Ein Jahr nach der Trennung kann alles aber ganz anders aussehen. Meist sind es die Frauen, die während der Erziehungszeit auf das Geld des Kindvaters angewiesen sind und als Alleinerziehende um jeden Cent kämpfen müssen. Wenn der Ex nicht zahlt, ist der offizielle Weg unumgänglich.

Der erste Gang sollte zum Jugendamt führen. Mütter und Väter können dort einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Den gibt es bis zum zwölften Lebensjahr und er wird maximal 72 Monate pro Kind bezahlt. Dieser Unterhalt ist jedoch geringer als der niedrigste Unterhaltssatz laut Düsseldorfer Tabelle.

Unterhalt: Im Extremfall droht eine Klage

Im Extremfall muss der frühere Partner verklagt werden. Dafür sollte sich man von Anfang an juristisch beraten lassen. Falls das Geld für einen Anwalt fehlt, zahlt meistens der Staat. Der erste Schritt ist, in einem Schreiben den Zahlungsunwilligen zur Zahlung aufzufordern und Auskunft über seine beziehungsweise ihre Einkünfte zu verlangen. Wichtig ist, den Brief per Einschreiben mit Rückschein zu versenden. Dann gibt es einen Beleg und er kann sich nicht hinter der fadenscheinigen Ausrede verstecken, er oder sie hätte den Brief nie bekommen.

Wenn der Ex-Partner trotzdem nicht zahlt, muss ein Anwalt eingeschaltet werden. Eltern müssen für ihre Kinder in angemessenem Umfang bezahlen. Unterhaltsrichtlinie ist die Düsseldorfer Tabelle. Für ein kleines Kind liegt der Mindestunterhalt bei 281 Euro. Davon wird noch das Kindergeld abgezogen. Eine Alleinerziehende bekäme also 199 Euro. Zahlt der Vater oder die Mutter trotz Aufforderung nicht, ist ein Weg zum Gericht unumgänglich.

Unterhalt: So läuft der Gang vor Gericht

Einblick in die Finanzen:

Väter oder Mütter im Unterhaltsstreit können vom Gericht gezwungen werden, ihre Einkünfte umfangreich offenzulegen. Auch Selbstständige müssen im Zweifelsfall die Steuerunterlagen der vorangegangenen drei Jahre vorlegen. Reagiert ein Zahlender auf solch eine Aufforderung nicht, bekommt er vom Gericht ein Zwangsgeld aufgedrückt, solange, bis er die Unterlagen rausrückt.

Im Falle eines Falls: Gerichtsvollzieher

Selbst wenn ein Urteil gesprochen ist, gibt es den Fall, dass Betroffene immer noch nicht zahlen. Dann sollte vom Anwalt ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden. Mit einem Urteil hat frau einen Unterhaltstitel, mit dem eine Pfändung (auch auf sein Gehalt) eingetrieben werden kann. Dafür ist es wichtig zu wissen, wo die Person arbeitet, wie hoch ihr Vermögen ist und welche Bankkonten sie wo hat.

Unterhalt auch rückwirkend:

Verzögerungstaktik bringt einem Zahlungsunwilligen gar nichts. Denn auch rückwirkend muss gezahlt werden. Und zwar von dem Tag an, an dem er oder sie belegbar zur Zahlung aufgefordert wurde.

Verrechnung mit dem Amt:

Falls eine Alleinerziehende zwischendurch Unterhaltsvorschuss bekommen hat, muss der zahlungsunwillige Vater beziehungsweise die Mutter den Unterhaltsvorschuss an die Kasse des Jugendamts zurückzahlen.

Anwaltskosten

Die Kosten für das Verfahren und für den Anwalt muss nach einem verlorenen Prozess (und davon ist auszugehen) komplett der Unterhaltszahlende übernehmen.

Bis zu welchem Alter der Kinder lohnt sich eine Klage?

Auch nach 17 Jahren Stillschweigen kann ein Drückeberger noch verklagt werden.

Wenn sich die Person vor der Arbeit drückt:

Ein Unterhaltspflichtiger muss alles tun, um den Unterhalt sicher zu stellen. Das können auch Nebenjobs sein. Unterhalt für minderjährige Kinder steht immer an erster Stelle. Dafür muss der Vater oder die Mutter sich mit allem, was nötig ist einsetzen. Im Streitfall muss das auch belegt werden. Das heißt, es muss nachgewiesen werden, dass 40 Stunden pro Woche dafür verwendet werden, sich um einen neuen Job zu bemühen.

Endstation Anzeige:

Kinder müssen nicht in Armut aufwachsen. Wer mutwillig nicht arbeitet, macht sich strafbar wegen Verletzung der Unterhaltspflicht. In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das kann zu einer Hausdurchsuchung führen; Geldstrafen und Gefängnis drohen.

Unterhalt: So läuft der Gang vor Gericht

Unterhaltspflicht: Was tun, wenn der Ex nicht zahlt?
Um den Unterhalt wird oft intensiv gestritten © alexsokolov - Fotolia

Einblick in die Finanzen:

Väter oder Mütter im Unterhaltsstreit können vom Gericht gezwungen werden, ihre Einkünfte umfangreich offenzulegen. Auch Selbstständige müssen im Zweifelsfall die Steuerunterlagen der vorangegangenen drei Jahre vorlegen. Reagiert ein Zahlender auf solch eine Aufforderung nicht, bekommt er vom Gericht ein Zwangsgeld aufgedrückt, solange, bis er die Unterlagen rausrückt.

Im Falle eines Falls: Gerichtsvollzieher

Selbst wenn ein Urteil gesprochen ist, gibt es den Fall, dass Betroffene immer noch nicht zahlen. Dann sollte vom Anwalt ein Gerichtsvollzieher eingeschaltet werden. Mit einem Urteil hat frau einen Unterhaltstitel, mit dem eine Pfändung (auch auf sein Gehalt) eingetrieben werden kann. Dafür ist es wichtig zu wissen, wo die Person arbeitet, wie hoch ihr Vermögen ist und welche Bankkonten sie wo hat.

Unterhalt auch rückwirkend:

Verzögerungstaktik bringt einem Zahlungsunwilligen gar nichts. Denn auch rückwirkend muss gezahlt werden. Und zwar von dem Tag an, an dem er oder sie belegbar zur Zahlung aufgefordert wurde.

Verrechnung mit dem Amt:

Falls eine Alleinerziehende zwischendurch Unterhaltsvorschuss bekommen hat, muss der zahlungsunwillige Vater beziehungsweise die Mutter den Unterhaltsvorschuss an die Kasse des Jugendamts zurückzahlen.

Anwaltskosten:

Die Kosten für das Verfahren und für den Anwalt muss nach einem verlorenen Prozess (und davon ist auszugehen) komplett der Unterhaltszahlende übernehmen.

Bis zu welchem Alter der Kinder lohnt sich eine Klage?

Auch nach 17 Jahren Stillschweigen kann ein Drückeberger noch verklagt werden.

Wenn sich die Person vor der Arbeit drückt:

Ein Unterhaltspflichtiger muss alles tun, um den Unterhalt sicher zu stellen. Das können auch Nebenjobs sein. Unterhalt für minderjährige Kinder steht immer an erster Stelle. Dafür muss der Vater oder die Mutter sich mit allem, was nötig ist einsetzen. Im Streitfall muss das auch belegt werden. Das heißt, es muss nachgewiesen werden, dass 40 Stunden pro Woche dafür verwendet werden, sich um einen neuen Job zu bemühen.

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