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'Unser Chemo-Baby': Lesley und Andy Cools kämpfen für ihr Baby und gegen den Krebs

Lesley kämpft für ihr Kind - und gegen den Krebs
Lesley kämpft für ihr Kind - und gegen den Krebs Brustkrebsdiagnose in der Schwangerschaft 00:02:37
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Brustkrebsdiagnose in der Schwangerschaft

Als Lesley und Andy Cools erfahren, dass sie ein Kind erwarten, ist das Paar aus Belgien überglücklich. Doch dann erhält die junge Frau eine Schockdiagnose: Sie hat Krebs. Damit stand sie vor der schwierigsten Entscheidung ihre Lebens: Macht sie eine Chemotherapie und riskiert damit das Leben ihres ungeborenen Kindes oder soll sie ihr eigenes Leben riskieren? Lesley will beides: gesund werden und Mutter sein.

"Ich war überwältigt und so unglaublich glücklich, dass wir wieder ein Kind bekommen, weil wir vorher schon ein Baby verloren hatten, ein kleines Mädchen. Und deshalb war ich natürlich überglücklich wieder schwanger zu sein", beschreibt Lesley. Doch nach dieser frohen Botschaft veränderte sich alles. "Ich fühlte eine kleine Schwellung in meiner Brust. Ich dachte, dass das eine Folge der Schwangerschaft ist. Ich hätte nie gedacht, dass das Krebs ist."

Die Chemotherapie kann ihr Leben retten - aber das ihres Kindes gefährden

Die Diagnose war eindeutig. Lesley hat Brustkrebs. Eine Chemotherapie könnte zwar ihr Leben retten, zugleich aber auch ihrem ungeborenen Kind sehr gefährlich werden. Lesley und Andy mussten eine schwierige Entscheidung treffen. Doch sie haben Unterstützung von ihren Ärzten bekommen. "Wir haben im Labor festgestellt, dass der Mutterkuchen die Chemotherapie teilweise vom Kind abhält. Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass wir Chemotherapie im zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft geben. Auf gar keinen Fall im ersten, weil sich dann alle Organe entwickeln und das die kritische Zeit in der Schwangerschaft ist", erklärt ihr Arzt Professor Frédéric Amant.

Die Beiden haben sich für die Chemotherapie entschieden, auch wenn sie große Angst um ihr Kind hatten. Aber die Medikamente wurden speziell für Lesley angepasst. Sie verlor ihre Haare und litt unter den Folgen – aber dem kleinen Jungen in ihrem Bauch ging es gut. "Es war sehr wichtig für mich, zu sehen wie er wächst und sich entwickelt, das war für mich das Wichtigste", erinnert sie sich. Dann ist es endlich soweit: Marnix wurde geboren. "Du siehst zum ersten Mal dein Kind, für das du neun lange Monate so gekämpft hast", beschreibt Andy. "Unsere Studie zeigt, dass diese Kinder sich gut entwickeln und dass man keinen Unterschied feststellen konnte zu Kindern, die keiner Chemotherapie ausgesetzt waren", erläutert der Arzt des Paares. Lesley und Andy haben für den kleinen Marnix und ihr Glück gekämpft. Über diese Zeit haben sie ein Buch geschrieben. Mit 'Unser Chemo-Baby' wollen sie zeigen, dass es sich lohnt, zu kämpfen.

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