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'Unschooling' - Kinder lernen ohne Schule und Lehrer

Schule? Für unsere Kinder nicht! Thema 'Unschooling'

Mathe oder Biologie gibt es bei den Jacobs nicht. Bei ihnen besteht der Unterricht aus Backen, Computer-Spielen oder im Garten toben. "Ich habe den Kindern die Wahl gelassen, ob sie zur Schule gehen oder lieber zuhause bleiben möchten. Und sie wollten zuhause bleiben", sagt Mutter Maryanne.

Thema 'Unschooling'
© Fotowerk - Fotolia

Und deshalb gehen die Jacob-Kinder nicht mehr in die Schule, sondern lernen stattdessen zuhause. Maryanne vermittelt aber kein Wissen, wie Lehrer in der Schule, sondern ermutigt Tochter Rio und Sohn Bryden, ihren eigenen Interessen nachzugehen. Es gibt auch einen Begriff dafür: ‘Unschooling‘. "Sie lernen von allem, das sie anfassen, allem das sie hören und allem, das sie im täglichen Leben machen", erläutert die Mutter.

Kein Lehrplan, kein Nachsitzen, keine Hausaufgaben: In Deutschland wäre das so nicht möglich, in Schottland ist es legal. Und auch Kinderrechtler Bertrand Stern unterstützt diese alternative Art und Weise zu lernen. Bertrand Stern: „Das klassische Schulsystem hat ausgedient. Es geht um das Vertrauen in den Menschen und seinen Begabungen."

Rio und Bryden können sowohl lesen als auch schreiben, ihre Mutter behauptet sogar, sie seien mindestens genauso schlau wie andere Kinder in ihrem Alter. "Ich denke, Unschooling funktioniert bei uns sehr gut, weil wir einen viel größeren familiären Zusammenhalt haben und partnerschaftlich, ganz offen über Dinge diskutieren können. Weil wir sehr viel mehr Zeit miteinander verbringen."

Auch wenn Unschooling in Schottland erlaubt ist: Maryanne wird in ihrer Heimat oft dafür kritisiert, auch, weil sie selbst keinen Schulabschluss hat. "Was soll so eine Mutter ihren schon Kindern beibringen", fragen sich viele. Offensichtlich ist aber: Brydan und Rio wirken wie zwei ganz normal entwickelte, glückliche und neugierige Kinder.

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