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Unicef-Kampagne #FightUnfair: Würden Sie einem Straßenkind helfen?

Warum hilft diesem Straßenkind denn niemand?
Warum hilft diesem Straßenkind denn niemand? Unicef-Experiment bringt bittere Realität ans Licht 00:03:06
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Wie kann man ein Straßenkind hungern lassen?

Unter dem Hashtag '#FightUnfair', also 'unfairer Kampf', hat Unicef eine neue Kampagne für Straßenkinder gestartet. Um zu zeigen, mit welchem Schicksal Kids, die auf der Straße leben müssen, jeden Tag zu kämpfen haben, hat das Kinderhilfswerk ein Experiment gemacht. Dabei wurde die sechsjährige Anna als Schauspielerin in zwei Rollen in Tiflis (Georgien) auf die Straße geschickt: Einmal einsam und verkleidet als obdachlos, einmal als verlorenes reiches Töchterchen. Dann wurde die Reaktion der Menschen auf das Mädchen verglichen. Was meinen Sie, wem die Leute geholfen haben?

Die Ergebnisse des Experiments sind erschreckend: Als obdachlos getarnt hat sich auf der Straße niemand um Anna gekümmert. Im Gegenteil: Im Restaurant als die Sechsjährige nach Essen suchte, wurde sie sogar von einem Mann böswillig vertrieben – er ließ das Mädchen rausschmeißen. Die anderen Kunden rissen stumm ihre Taschen an sich, als Anna vorbeistreifte, aus Angst, sie könnte etwas klauen. Aber wie kann das sein? Ist das Misstrauen in unserer Gesellschaft so groß geworden, dass man für ein obdachloses Straßenkind kein Mitleid mehr hat? Der gut gekleideten Anna wurde auf der Straße sofort geholfen, die Menschen fragten sie, ob sie sich verlaufen habe und riefen die Polizei. Im Restaurant wurde sie mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet.

Schock-Netzreaktionen auf das Video

Das Video zum Experiment wurde bei Facebook gepostet und in wenigen Stunden bereits 7,5 Millionen Mal angeschaut. Die Reaktionen der User in den Kommentaren reichen von enttäuscht bis wütend. Eine Userin schreibt: "Mir fehlen die Worte. Es sollte keine Rolle spielen, wie ein einsames Kind auf der Straße gekleidet ist. Alle sollten die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Du weißt nie, ob und wann du vielleicht mal in ihre Lage kommst." "Was ist nur falsch mit dieser Welt?", fragt sich eine junge Frau.

Eine andere Nutzerin versucht zu erklären, wieso die Menschen vor Straßenkindern Vorurteile haben könnten: "Die bedauerliche Realität ist, dass hinter den unterdrückten Kinder, die nach Geld betteln oder die Leute ablenken, oft Erwachsene stecken. Es sind drogensüchtige oder alkoholabhängige Eltern, die ihr Kind in die Menge schicken, um herzzerreißend zu betteln. Die Gesellschaft hat dieses Spiel durchschaut. Das Kind ist immer der Leidtragende, rücksichtslos!".

Mit diesem Schicksal haben laut Unicef weltweit 150 Millionen Kinder zu kämpfen – so viele sind es, die auf der Straße leben. Zum Schluss musste das Experiment sogar abgebrochen werden, da die kleine Schauspielerin, die das reiche und arme Kind spielte, völlig aufgelöst von den Reaktionen der Menschen war, die sie im Restaurant wegschickten. Vielleicht konnte das bittere Experiment aber zumindest den Zuschauern die Augen öffnen, schauen Sie es sich doch auch mal an!

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