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Uni-Vornamen: Auch Mandy, Cindy und Kevin studieren

Uni-Vornamen: Auch Mandy, Cindy und Kevin studieren
© dpa, Fabian Stratenschulte

Auch Mandy und Cindy sind typische Uni-Vornamen

Cindys, Mandys & Co. sind dumm und ungebildet? Das ist falsch, so das Ergebnis einer neuen Vornamen-Studie der Uni Leipzig. Denn die Träger oft belächelter Ost-Vornamen schaffen es sehr wohl an die Uni. Einzig bei Kevins steht nach wie vor fest: Diese Jungs haben es immer noch schwer, sind scheinbar immer noch eine "Diagnose".

Der Untersuchung zufolge, die vorab in der ‚Zeit‘ erschienen ist, studieren zum Beispiel an der Uni Leipzig 380 Peggys, 379 Mandys und 217 Ronnys. "Sozialschichte Arroganz" sei für die Vorurteile, mit denen diese Namensträger kämpfen, verantwortlich. Denn zur DDR-Zeit spiegelten westlich klingende Namen wie Cindy oder Sandy die Sehnsucht von Mittelschicht-Eltern nach der Welt jenseits der Mauer wider, während West-Eltern von der Idylle Skandinaviens träumten und ihre Kinder Jan oder Björn nannten. Nach dem Mauerfall allerdings wurden diese vermeintlich westlichen Vornamen von Unterschichten einfach kopiert. Die Folge: Wir assoziieren diese Vornamen heute nur noch mit der weniger gebildeten und ärmeren Unterschicht, so die Forscherin Astrid Kaiser.

Theoretisch könnte es also sein, dass die Björns, Jörgs oder Antons von heute eines Tages die Kevins von morgen sind, oder? Möglicherweise, so Studienleiterin Gabriele Rodrigez. Denn den typischen Unterschichtsnamen gebe es nicht – es ist alles offenbar nur eine Frage der Region und des dort vorherrschenden Trends. Alles andere sei eben wie schon erwähnt die "Sozialschichten-Arroganz".

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