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Ungesättigte Fettsäuren schützen vor Herzinfarkt, Demenz und Krebs

Darum sollten Sie häufiger zu Pflanzenölen greifen
Darum sollten Sie häufiger zu Pflanzenölen greifen Ungesättigte Fettsäuren reduzieren Sterberisiko 00:00:30
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Harvard-Studie bestätigt das Gesundheitsrisiko von gesättigten Fetten

Fett ist nicht gleich Fett. Eine aktuelle Studie der Harvard School of Public Health zeigt, dass der Verzehr gesättigter Fettsäuren das Risiko für kardiovaskuläre und neurodegenerative Krankheiten wie Herzinfarkt und Demenz sowie Krebs erhöht. Der Verzehr mehrfach ungesättigter Fettsäuren, allen voran Omega-3-Fettsäuren, senkt das Risiko hingegen. Außerdem reduziert sich das Sterberisiko um fast ein Drittel, wenn Sie nur fünf Prozent der gesättigten Fettsäuren gegen ungesättigte austauschen.

Schon seit langem warnen Ärzte und Ernährungsexperten vor dem Verzehr gesättigter Fettsäuren. Gesättigte Fette finden sich vor allem in tierischen Produkten wie rotem Fleisch und Milch, aber auch in vielen Fertigprodukten wie Kuchen, Keksen oder in Frittiertem wie Chips und Pommes frites. Besonders ungesund sind Transfette, die die beim Frittieren und der Fetthärtung entstehen.

Die Forschungsarbeit, die im Fachmagazin 'JAMA internal Medicine' veröffentlicht wurde, empfiehlt daher einen Fettwechsel: Konsumenten sollen Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren gegen jene mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren austauschen. So sollten statt Fleisch Fisch, statt Butter Margarine, Oliven- oder Rapsöl und statt Snacks und Süßem lieber Nüsse auf deutschen Tellern landen.

Fettaustausch: Kleine Änderung, großer Effekt

Diese Meinung vertritt auch Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm: "Fett ist nicht per se der Dickmacher und Bösewicht, sondern kann sogar eine positive Wirkung auf Gesundheit und Gewicht haben. Wenn die Kalorienmenge insgesamt nicht zu viel ist und wenn es die richtigen Fette sind", betont die Spezialistin. Die große Studie bestätigt die Vermutung, dass der Ersatz von gesättigten durch mehrfach ungesättigte Fette das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erheblich senken kann. Das lässt sich schnell und unkompliziert realisieren. "Wer sich pflanzliche Streichfette statt Butter aufs Brot streicht, tut seinem Herzen etwas Gutes. Und wenn es dann noch Vollkornbrot ist, gibt es noch einen extra Gesundheitseffekt", sagt Dagmar von Cramm.

Dieser 'Fat Swap' aus den Ergebnissen der Havard-Studie stützt aktuelle Ernährungsrichtlinien wie zum Beispiel die Leitlinie zur Fettzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). In der Praxis ist für Verbraucher besonders interessant: Wer ein Jahr lang 20 Gramm Margarine oder pflanzliche Streichfette statt Butter auf sein Brot streicht, kann die Aufnahme von ungünstigen gesättigten Fettsäuren um etwa zwei Kilogramm reduzieren. Zugleich wird mit diesem kleinen Ernährungstrick die Aufnahme von essentiellen (mehrfach ungesättigten) Fettsäuren verbessert, um circa mehr als ein Kilogramm pro Jahr. Allein dieser kleine Fetttausch leistet einen Beitrag für die Gesundheit und kann langfristig das Risiko für Herzinfarkt senken.

Insgesamt sollten Verbraucher bei der Speiseplanung weniger Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren, wie Butter und Käse, auswählen und dafür auf nährstoffreiche Lebensmittel mit vielen ungesättigten Fettsäuren, wie Mandeln, Avocados und Produkte auf Pfanzenöl-Basis wie Streichfette, zurückgreifen. Streichfette aus pflanzlichen Zutaten einschließlich Sonnenblumen-, Leinsamen- oder Rapsöl können Konsumenten helfen, mehr gesunde Fettsäuren in ihre Ernährung zu integrieren.

(Quelle: OTS)

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