Unfruchtbar durch Hormone im Kassenbon-Papier?

Unfruchtbar durch Hormone im Kassenbon-Papier?
© dpa, A9999 Britta Pedersen

Unfruchtbar durch Hormone auf dem Kassenbon?

Kassenbons aus dem Supermarkt machen krank! Laut einer neuen Studie sind Kassenbons von Aldi, Edeka, Tengelmann, Real und Lidl mit einem Hormon belastet, das ähnlich wirkt wie Östrogene. Verantwortlich dafür sei die Chemikalie Bisphenol A (BPA), so eine Untersuchung des Westdeutschen Rundfunks. BPA befindet sich im Thermo-Papier von Kassenbons. Denn: Diese werden in Supermärkten nicht auf normalem Papier gedruckt, sondern auf Thermopapier, das die Produkte und den Preis nur in Kombination mit Hitze erscheinen lässt.

Das Hormon wirkt sich unter anderem auf die männliche Fruchtbarkeit aus. So wurden bei Männern aus Betrieben, in denen BPA verarbeitet wird, vermehrt Libido- und Erektionsstörungen diagnostiziert. Die Chemikalie ist zwar weniger potent als das natürliche Sexualhormon, kann aber die Fortpflanzung und die Ausbildung der Fortpflanzungsorgane stören. Frauen mit hohem BPA-Gehalt im Blut sind dicker sind als diejenigen, die niedrige Werte aufweisen. Auch die Kinder von stark belasteten Frauen sind schwerer als die der unbelasteten, denn Mütter geben BPA über die Nabelschnur an das ungeborene Kind weiter.

BPA ist zwar relativ stabil, aber wenn es mit Speichel oder Säuren in Berührung kommt, wird es freigesetzt und gelangt in den Körper. Außerdem sei eine Belastung der Luft im Supermarkt denkbar, da in Supermärkten sehr viele Kassenzettel ausgedruckt werden. Laufende Studien prüfen derzeit zudem die Auswirkungen von BPA auf das Herz-Kreislauf-System und die Entstehung von Diabetes.

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