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Unbequeme Wahrheit: Wie gut kommt Ehrlichkeit in Umkleide, Restaurant und Co. an?

Wie kommt die unbequeme Wahrheit wirklich an?

Wer stand nicht schon einmal in der Umkleidekabine und dachte bei dem Anblick, der sich da im Spiegel bot, nur noch "Presswurst" - während der Verkäufer vor Begeisterung geradezu ausflippt. Oder hat sich nicht jeder im Restaurant schon einmal gewünscht, dass einen der Kellner vor dem ausgewählten Gericht gewarnt hätte? Doch ist unbequeme Wahrheit wirklich immer besser oder will man die vielleicht gar nicht hören? Wir haben den Test gemacht.

Unbequeme Wahrheit
Wie gut kommt gnadenlose Ehrlichkeit an? © Lise Gagné

"Das ist unvorteilhaft", "Das steht Ihnen nicht", oder "Das schmeckt nicht." - wie erfolgreich ist gnadenlose Ehrlichkeit wirklich? Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich: Während die unbequeme Wahrheit im Restaurant extrem gut ankommt, können die Meisten in der Umkleidekabine gut darauf verzichten.

Es gibt auch Grenzen bei der Wahrheit

Verkaufspsychologe Hans-George Häusl hat dafür eine einfache Erklärung: "Kellner haben die höchste Glaubwürdigkeit und deren Empfehlung wird in der Regel daher immer gefolgt. Argumente die nur das Positive schildern, da weiß man, dass einem etwas untergejubelt werden soll", so der Experte. "Wenn aber jemand einen Mangel zugibt, dann bedeutet dies für das Gehirn automatisch Ehrlichkeit.

Beim Klamottenkauf sieht das Ganze jedoch anders aus: "Die schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit klingt vielleicht im ersten Moment nett gemeint, aber es bleibt immer ein verletzter Mensch zurück – und ein verletzter Mensch wird nichts kaufen", so Häusl.

Es gibt also Grenzen bezüglich Wahrheit und Ehrlichkeit – dann wenn es persönlich wird.

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