LEBEN LEBEN

Umgang mit Behinderten: Grimassen-Experiment entlarvt unsere Hemmungen

Die Welt häufiger durch die Augen eines Kindes betrachten

Menschen mit Behinderungen sollten genau so behandelt werden, wie Menschen ohne Behinderung - das würde sicherlich jeder sofort unterschreiben. Und doch gibt es immer wieder Situationen im Alltag, in denen dem nicht so ist. Der französische Verband Noémi setzt sich für einen vorurteilsfreien Umgang mit behinderten Menschen ein und möchte mit einem Video Erwachsene darauf aufmerksam machen, dass sie eben doch nicht völlig vorurteilsfrei sind oder zumindest in manchen Situationen eine tiefe Verunsicherung herrscht.

Für ein Experiment lud der Verband Eltern mit ihren Kindern ein und zeigten ihnen einen Film, in dem Leute Grimassen schneiden. Die Aufgabe für die Kinder und ihre Eltern war, diese Grimassen nachzumachen, dabei konnten sie die Gesichter des jeweils anderen nicht sehen.

Zunächst stellen alle Probanden mit großem Eifer die Grimassen nach. Doch dann taucht das Bild eines behinderten Mädchens auf dem Bildschirm auf. Auch dieses zieht eine lustige Grimasse und steckt sich den Finger in die Nase. Die Erwachsenen in dem Experiment machen diese Grimasse nicht nach. Sie gucken unsicher zur Seite und werden verlegen. Ein behindertes Kind nachmachen, das wollen sie nicht.

Ganz im Gegenteil zu den Kindern. Sie erfüllen munter weiter ihre Aufgabe, egal, welches Gesicht auf dem Bildschirm zu sehen ist - Grimasse ist Grimasse. Das Video macht deutlich, dass viele Menschen eben doch Angst haben, etwas falsch zu machen oder behinderte Menschen versehentlich zu diskriminieren. Doch dadurch diskriminieren sie sie erst recht. Ein Kreislauf, der Ausgrenzung nur noch mehr verstärkt.

Diese Video zeigt deutlich, dass man die Welt öfter mal durch die Augen eines Kindes betrachten sollte - völlig frei von Vorurteilen und Barrieren im Kopf.

Anzeige