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Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und HPV-Test lohnen sich nicht

Abzocke beim Frauenarzt?
Abzocke beim Frauenarzt? Diese Untersuchungen sind absolut sinnlos 00:02:25
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Viele Patientinnen wollen nicht bei ihrer Gesundheit sparen

Werden wir beim Frauenarzt systematisch abgezockt? Schon im Wartezimmer bekommen Patientinnen oft eine ganze Liste mit angeblich sinnvollen Zusatzuntersuchungen in die Hand. Doch die Kosten nicht nur Geld, sondern Experten warnen, dass einige der sogenannten IGeL-Leistungen sogar schädlich sind.

Eine Ultraschalluntersuchung der Brust kostet bis zu 60 Euro, ein Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und ein Ultraschall der Eierstöcke kosten jeweils bis zu 53 Euro. Wer diese drei Zusatzleistungen beim Frauenarzt in Anspruch nimmt, muss also bis zu 166 Euro zahlen. Dabei sagen Experten, dass nur die wenigsten der sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) hilfreich sind. "Es gibt wenige Ausnahmen, die sinnvoll sind. In der Regel sind sie nicht notwendig und man kann schon sagen, dass der Arzt, wenn er Privatleistungen in Rechnung stellt, natürlich auch dadurch mehr Einnahmen hat", erklärt Michaela Schwabe von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Das sind die häufigsten Zusatzleistungen beim Frauenarzt

Doch was ist Abzocke und was ist sinnvoll? Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke soll zur Früherkennung von Tumoren dienen. Studien zeigen jedoch, dass der Ultraschall die gefährlichen Zellveränderungen im Frühstadium nicht zuverlässig abbildet. Auch der HPV-Test lohnt sich laut Experten nicht. Der Pap-Test, den die Krankenkasse übernimmt, sei völlig ausreichend.

Die Ultraschalluntersuchung der Brust schätzen Fachleute als empfehlenswert ein - zumindest für einige, meist sehr junge Frauen. "Wenn das Brustgewebe sehr dicht ist, dann kann ein Ultraschall der Brust, ergänzend zur Mammografie, Sinn machen", veranschaulicht Schwabe. Denn durch sehr dichtes Gewebe kann die Mammografie, die die Kasse zahlt, kleine Knoten nicht erkennen.

Will man trotzdem eine Zusatzuntersuchung vom Frauenarzt, ist es seine Pflicht, darüber genau zu informieren. "Er muss mich ausführlich über Nutzen und Risiken dieser Untersuchung aufklären, genauso über die Kosten, die mir entstehen können und ganz wichtig ist: Ich muss Bedenkzeit bekommen", fasst Schwabe zusammen.

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