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Ultraschall für Zuhause: Babywatching im Wohnzimmer

Babywatching: Live Babybilder als Familienevent

Eigentlich ist es ein intimer Moment. Doch immer mehr werdende Eltern laden ihre Familien und ihren gesamten Freundeskreis dazu ein: Zur Ultraschalluntersuchung ihres ungeborenen Kindes. Eine tolle Idee oder viel zu offen?

Krabbelgruppe und Babypinkeln war gestern. Jetzt kommt ein neuer Trend aus den USA zu uns: die Ultraschall-Party. Beim mehr oder weniger öffentlichen Babywatching können Freunde und Verwandte den ungeborenen Nachwuchs in Augenschein nehmen. Hat es die Nase von der Tante und die Ohren vom Papa? Der neue Zeitvertreib hat Einzug in die deutsche Stube gefunden. In 3 D wird nun gestaunt und gefachsimpelt, was das Zeug hält.

So auch bei Lydia, Rene, Noah und Melina Bitz: Bald ist die Kölner Familie zu fünft. Mama Lydia ist schwanger in der 29. Woche. Sie weiß nur: Es wird ein Junge. Wie Fingerchen und vor allem das Gesicht aussehen, das guckt sie sich heute mit ihrer gesamten Familie an - bei ihrem ersten 3D-Ultraschall-Bild nach fast acht Monaten.

Lydias Gynäkologin ist dafür samt 3D Ultraschall-Gerät zu ihr nach Hause gekommen. Ärzte und andere Anbieter haben ein Geschäftsmodell entwickelt, das nun auch in Deutschland großen Anklang findet. In den USA wird Babywatching sogar schon in Shoppingzentren angeboten. Soweit sind wir hier nicht. Im heimischen Wohnzimmer schaut sich Familie Bitz den zukünftigen Erdenbürger an - und ist schwer begeistert. Auch die Verwandschaft findet es extrem spannend, den Erklärungen von Gynäkologin Doreen Düchting zuzuhören.

Kritische Stimmen - nicht alle sind vom Babywatching begeistert

Ultraschall für Zuhause: Babywatching im Wohnzimmer

Nicht jeder ist begeistert von der neuen Mode, den Moment so öffentlich zu machen. Auch viele Ärzte sind eher skeptisch und warnen vor nicht absehbaren Folgen. Falls etwas mit dem Baby nicht stimmt, sollte ein Arzt der Frau mit seinem Fachwissen beistehen können. Die deutschen Fachgesellschaften sind ebenfalls sehr skeptisch: "Eine Ultraschalluntersuchung allein zur Anfertigung von Erinnerungsbildern oder -videos ist aus medizinischer Sicht abzulehnen", sagt Eberhard Merz, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum).

Im Fall von Lydia und ihrem ungeborenen Sohn ist jedoch alles gut gegangen. Die Ärztin hat das Spektakel liebevoll betreut und alle sind rundum zufrieden und glücklich.

Rund 1.000 Euro kostet so eine Ultraschall-Party. Wichtig: Eine weitere Untersuchung in der Praxis ersetzt das jedoch nicht. Mama Lydia ist aber überzeugt: Es war die richtige Entscheidung, diesen Moment mit der Familie zu teilen!

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