Überraschungseier "Spielerfrau": Sexismus an der Ladentheke

Sexismus bei Überraschungseiern
Die neue Sonderedition der Überraschungseier zur Fußball-Weltmeisterschaft.

Jungs sind Weltmeister, Mädchen Spielerfrauen

Die Überraschungseier kommen gar nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen heraus. Erst erzürnten rosafarbene Mädchen-Eier die Gemüter, nun schreit die Internetgemeinde bei der neuen Edition zur Fußball-Weltmeisterschaft auf. Der Grund: Die Verpackung der Ü-Eier werden entweder mit dem Aufdruck "Spielerfrau" oder "Weltmeister" verkauft. Beginnt da der Sexismus an der Ladentheke?

In Verruf kam das Ü-Ei durch Blogger Luca Hammer. Er veröffentlichte das Bild der Ü-Eier aus einem Werbeprospekt. "Spielerfrau" ist im zarten Rosa, hübsch verschnörkelt zu lesen. Rosa und hübsche Schrift - weibliche Attribute, auf die Mädchen reagieren. "Weltmeister" ist dagegen eher klar und puristisch gehalten. Dass sich die Internetgemeinde über solche Bilder und Werbung aufregt, war vorherzusehen. Allein die Aufmachung der Aufdrucke suggeriert, welches Überraschungsei wen ansprechen soll.

Ferrero, der Hersteller der Überraschungseier, erklärt sich schnell: Man wolle gar nicht explizit Mädchen oder Jungen ansprechen. Das Foto aus dem Werbeprospekt erzeuge ein falsches Bild. Diese Weltmeisterschafts-Sonderedition habe noch mehr Motive, diese beiden seien schließlich nur ein Auszug aus der Motivpalette. Außerdem sei für Ferrero der Begriff "Spielerfrau" völlig neutral behaftet. Aber für die Gesellschaft und jede halbwegs emanzipierte Frau ist der Begriff mit einem üblen Beigeschmack behaftet. Oder übertreiben wir jetzt restlos und sind einfach nur sehr empfindlich?

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