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Übergewicht durch Darmbakterien: Darm beeinflusst unser Gewicht

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Menschen, deren Darm mit vielen verschiedenen Baktierenarten besiedelt ist, haben ein geringeres Risiko für Übergewicht. © ia_64 - Fotolia, Ilya Andriyanov

Übergewicht durch Darmbakterien: Nicht nur die Gene sind Schuld

Schwere Knochen, schlechte Gene, Schilddrüsenfehlfunktion – die Liste der Erklärungen, mit denen Übergewicht begründet wird, ist lang. Tatsächlich scheint es aber so zu sein, dass manche Menschen schneller zunehmen als andere, obwohl sie das gleiche essen. Nun haben dänische Forscher herausgefunden, wer oder was dafür verantwortlich sein könnte: es sind die Darmbakterien.

In unserem Darm leben etwa 160 verschiedene Bakterienarten. Unser Darm ist etwa sieben Meter lang. In ihm finden sich 100 Billionen von Bakterien. Die Hauptaufgabe der Darmbakterien liegt in der Verdauung der aufgenommenen Speisen sowie in der Immunabwehr. Die Besiedlung mit den größten Bakteriengruppen Lactobacillus, Bifidobacterium, Eubacterium und Bacteroides im Darm ist lebenslang relativ konstant.

In den Unterarten unterscheidet sich die Bakterienkultur jedoch von Mensch zu Mensch recht stark. Während eine bestimmte Bakterienart bei dem einen 90 Prozent aller Darmbakterien ausmachen kann, kann sie bei einem anderen Menschen nur 2 Prozent der Bakterien im Darm ausmachen.

Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Gewicht nachgewiesen

Dänische Forscher der Universität Kopenhagen haben jetzt in einer Studie herausgefunden, dass Menschen, deren Darm mit vielen verschiedenen Bakterienarten besiedelt ist, ein geringeres Risiko für Übergewicht haben.

Wer hingegen wenig verschiedene Bakterienarten beherbergt, legt schneller Gewicht zu. Ist die Bakterienvielfalt gering, dominieren nämlich meist Bacteroides die Darmflora. Und diese können selbst schwer verdauliche Nahrung besser aufschließen als andere Bakterien. Sie nutzen die Energie der Nahrung also viel effizienter. Das führt dazu, dass Menschen, die besonders viele dieser Darmbakterien besitzen, schneller zunehmen als andere. Andere Bakterienarten stellen aber auch Stoffe her, welche die Fetteinlagerung fördern oder erschweren. Forscher vermuten, dass die Darmbakterien zudem das Sättigungsgefühl beeinflussen.

Wer also langfristig abnehmen oder schlank bleiben möchte, sollte auf einen intakten Darm achten. Eine Maßnahme: verzichten Sie nach Möglichkeit auf Antibiotika. Diese zerstören zwar Krankheitserreger, allerdings auch Darmbakterien. Auch eine möglichst fett- und kalorienarme Kost mit vielen Ballaststoffen, Obst und Gemüse trägt zu einer größeren Darmbakterienvielfalt bei – und beugt damit per se Übergewicht vor.

Mit probiotischen Joghurts oder Milchdrinks lässt sich die Darmflora hingegen nicht dauerhaft verändern, da sich die enthaltenen probiotischen Mikroben nicht langfristig im Darm ansiedeln.

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