TIERE TIERE

Übergewicht bei Haustieren

dicker Hund
© picture-alliance/ dpa, Bernd von Jutrczenka

Probleme durch Übergewicht bei Haustieren

Große Augen und erwartungsvolle Blicke - das Betteln um Leckerlis können unsere tierischen Gefährten besonders gut. Doch wie beim Menschen führt auch bei unseren Haustieren zu viel Nascherei zu Übergewicht. Und das kann bei Hund, Katze und Co. ebenfalls zu gesundheitlichen Problemen und einer geringeren Lebenserwartung führen. Gelenk- und Atemprobleme, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme sind nur einige der zu erwartenden Krankheiten bei übergewichtigen Haustieren. Darum heißt es mittlerweile bei fast jedem zweiten Hund und jeder zweiten Katze: Diät und Sport.


Wie erkenne ich, ob mein Tier zu dick ist?
Oftmals erkennen Herrchen oder Frauchen aber gar nicht, dass es sich bei Ihrem Liebling um ein kleines Dickerchen handelt. Eine gute Methode herauszufinden, ob Ihr Hund oder Kätzchen zu viel auf den Rippen hat, ist der „Streicheltest“, wie ihn Inge Brinkmann von der Bundestierärztekammer in Bonn schmeichelhaft nennt. Wenn die Hüfte oder die Rippen nicht mehr zu sehen, geschweige denn zu ertasten sind, ist das Tier zu dick.

Bei Kaninchen bildet sich um den Hals ein deutlicher „Kragen“, während Meerschweinchen faul und lethargisch werden.

Wie kann mein Haustier abnehmen?

Kaninchen im Auslauf

Ihr Liebling sollte jedoch nicht einfach auf eine Radikaldiät à la FDH gesetzt werden, geschweige denn, dass ganze Mahlzeiten ausgelassen werden sollten. Dadurch kann die Leber mit Fett überflutet werden. Wichtig sind nun - wie auch beim Menschen - ausgewogene Ernährung und Bewegung. Die häufigste Ursache von zu dicken Haustieren liegt nämlich daran, dass es die Besitzer zu gut meinen und zu energiereiches Premium-Futter geben, die Tiere diese „Energie“ aber gar nicht abbauen können.

Zunächst sollte also darauf geachtet werden, dass das Futter den Energiebedarf des Tieres nicht übersteigt. Zu dieser Frage sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden, da der sich mit den verschiedenen Energiebedürfnissen der einzelnen Tiere und Rassen und den Futtersorten am besten auskennt. So kann auch die gesundheitliche Ausgangslage des Tieres festgestellt werden und nach den individuellen Bedürfnissen ein Diät-Plan erstellt werden. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze nur bis zu max. 20 Prozent weniger Futter geben. Wenn Sie Diätfutter benutzen, sollten Sie darauf achten, dass genügend Fette enthalten sind. Diese brauchen Hunde und Katzen für ihren Energiestoffwechsel. Bei Nagetieren sollte auf die Zugabe von viel frischem Saftfutter geachtet werden. Maximal einen Teelöffel Kraftfutter sollte es pro Tag geben.

Die Bewegung machts!
Egal ob Hund, Katze oder Nager - Bewegung ist das A und O. Die Tiere brauchen Beschäftigung. Joggen, Apportierspiele oder Schwimmen bringen den Hund auf Trab und wieder in Form. Auch Katzen sollten regelmäßig toben - Fang- und Jagdspiele sind ideal. Faule Nagetiere werden durch „Abenteuer-Spielplätze“ in der Wohnung wieder aktiv. Bauen Sie für die Fluchttiere ein paar Häuschen und Hindernisse auf und verstecken sie kleine Futterbrocken - so fangen Hase und Meerschweinan, sich zu bewegen und aktiv auf Nahrungssuche zu gehen.

Die Bewegungsprogramme bringen Ihr Haustier wieder in "Idealmaße". Und das Ganze hat einen weiteren positiven Effekt - die Bindung zwischen Mensch und Tier wird durch die gemeinsame Beschäftigung wesentlich erhöht. Und sollten Sie dem flehenden Blick Ihres Lieblings doch nicht widerstehen können, geben Sie ihm lieber gesunde Leckerlis, wie Gemüse oder selbst gemachte Tier-Plätzchen.

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