Diana Eichhorn und die Höllenotter

24.10.11 15:29
Kreuzotter
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Gefährdeter Moorbewohner

Beim Thema Schwarzwald denken die meisten Menschen an dunkle, dichte Tannenwälder und idyllische Bauerndörfer - vielleicht auch an die berühmte Kirschtorte. Ganz sicher aber nicht an giftige Schlangen. Dabei kann die Kreuzotter nirgendwo sonst in Deutschland so oft gesichtet werden, wie in den Hochebenen des Schwarzwalds.

Die Kreuzotter ist lebt feuchten und kühlen Regionen. In Wäldern und Mooren, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, fühlt sie sich besonders wohl. Die Moorlandschaft im Nord-Schwarzwald kommt dem Reptil daher entgegen. Dieser bevorzugte Lebensraum kann der Kreuzotter aber auch zum Verhängnis werden:
Die Trockenlegung von großen Moorflächen grenzt das Habitat der Schlange stark ein. Durch den Straßenbau werden ganze Forstgebiete sprichwörtlich zerstückelt und die Waldrodung tut ihr übriges.

Diana Eichhorn auf der Suche nach Kreuzottern

Die Mythen um die Kreuzotter

hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn macht sich zusammen mit Biologielehrer Wolfgang Huber auf die Suche nach dem gefährdeten Tier. Bei ihrem Rundgang durchs Naturschutzgebiet Kaltenbronn treffen sie unter anderem auf eine Blindschleiche.
Und mit etwas Glück finden sie sogar die berühmte "Höllenotter": Eine sehr seltene und komplett schwarze Kreuzotter. In den Hochebenen des Schwarzwalds herrscht insgesamt ein sehr feuchtes und kühles Klima. Die "Höllenotter" mit ihrer schwarzen Färbung absorbiert durch den hohen Melaningehalt in ihrer Haut mehr Sonnenstrahlen und kann die Wärme daher besser und schneller speichern.

Um die Kreuzotter ranken sich viele Mythen. Das Gift der schwarzen "Höllenotter" soll zum Beispiel besonders giftig sein. Sie galt damals als Sinnbild des Teufels und stand oft für das Böse - und schon bei Adam und Eva kam die Schlange nicht gut weg. Folge dieses schlechten Rufes waren Hetzjagden auf das edle Tier - so wurde damals für jede erlegte Schlange eine Kopfprämien ausgezahlt.

Die große Angst vor Schlangen und Kreuzottern ist in dem meisten Fällen unbegründet. Normalerweise ergreifen die scheuen Tiere bei der Begegnung mit einem Menschen sofort die Flucht. Die Reptilien beißen für gewöhnlich nur, um ihre Beute zu erlegen oder sich zu verteidigen. Sollte es dennoch zu einem Biss kommen, so ist es ratsam sofort einen Artzt aufzusuchen. Die allerwichtigste Regel lautet allerdings: Ruhe bewahren! In den meisten Fällen wird es garnicht so weit kommen, da Kreuzottern schon bei der kleinsten Erderschütterung und Schwingung die Flucht ergreifen.
Wenn man es recht bedenkt, sollte der Mensch eher Angst um die Kreuzotter haben - nicht Angst vor ihr...

Die Kreuzotter kann man nicht nur im Schwarzwald antreffen: Ihr Lebensraum erstreckt sich über ein riesiges Gebiet, das sogar über den nördlichen Polarkreis hinausgeht. Der Bestand ist allerdings stark zurückgegangen. Auch am Dortmund-Ems-Kanal im Münsterland war die Schlange einst heimisch. Hier kümmert sich Naturschützer Michael Bisping um den Fortbestand des gefährdeten Reptils. Vor drei Jahren sammelte er die letzten 15 Exemplare der Kreuzotter ein, um sie im eigenen Garten nachzuzüchten. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten...

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