Turnerin ohne Beine: Die Geschichte von Jennifer Bricker ist einfach unglaublich

Jennifer Bricker erlebte eine Riesenüberraschung
Jennifer Bricker erlebte eine Riesenüberraschung Sie suchte ihre leibliche Familie 00:03:02
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Jennifer Bricker kam ohne Beine zur Welt

Jennifer Bricker ist ohne Beine zur Welt gekommen. Sie hatte aber das große Glück, zu liebevollen Adoptiveltern zu kommen, die sie förderten, wo es nur ging. Das Mädchen nahm ihren ganzen Mut zusammen, fing an zu turnen und räumte einen Pokal nach dem anderen ab. Dennoch plagte Jennifer die Ungewissheit über ihre Herkunft. So machte sie sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern und erlebte dabei eine unglaubliche Überraschung.

Riesen Überraschung für Jennifer Bricker: Ihre leibliche Schwester ist ihr Idol
Jennifer Bricker kam ohne Beine zur Welt.

"Das kann ich nicht", ist ein Satz, den Jennifer Bricker so gut wie nie sagt. Sie wohnt alleine, fährt Auto und liebt es zu turnen. Ihre Eltern haben ihr von klein auf Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben. Auch dass sie adoptiert ist, hat die heute 27-Jährige nie belastet. "Sie haben es mir kindgerecht erklärt: Jemand anderes hat mich in seinem Bauch herumgetragen und sie haben mich adoptiert und aufgezogen. Sie sind meine Eltern. Sie haben es wirklich sehr süß gesagt", so Jennifer im Interview.

Sie wurde in Rumänien geboren. Noch als Baby kommt sie zu ihren Adoptiveltern in die USA und fängt schon als Kind an, Sport zu treiben. Besonders das Turnen hat's ihr angetan und so gewinnt sie schnell sogar nationale Titel. Ihr größtes Idol ist damals Olympia-Teilnehmerin Dominique Moceanu. "Dominique im Fernsehen zu sehen ... ich hatte gleich so eine Verbindung zu ihr. Ich habe mich selbst in ihr gesehen. Sie war klein und ich war klein. Sie sah aus wie ich. Ich wusste, dass sie Rumänin war und ich auch. Sie hatte diese draufgängerische Art. Genau wie ich."

Was Jennifer da noch nicht ahnt: Bevor sie in Rumänien zur Adoption freigegeben wurde, trug sie sogar denselben Nachnamen wie ihr berühmtes Vorbild. "Als sie im Fernsehen Dominique ansagten, dachte ich: Wow, sie hat denselben Nachnamen", erinnert sich Adoptivmutter Shannon Bricker. „Und als die Kameras dann ihre Mutter und ihren Vater zeigten, hab ich erkannt: Das müssen Jennifers biologische Eltern sein. Dominique ist ihre Schwester! Wir haben es Jennifer aber erst mal nicht gesagt. Wir fanden es beiden Mädchen gegenüber nicht fair."

Erst als Jennifer 16 Jahre alt ist, erzählen ihr ihre Adoptiveltern, was sie jahrelang vermutet hatten. "Ich war total überrascht. Bei welchem Kindheitsidol stellt sich schon raus, dass es die eigene Schwester ist?" Allerdings fasste sie sich erst vier Jahre später ein Herz und nahm Kontakt zu ihrer Schwester auf. "Das hat mich echt umgehauen. Ich habe eine Schwester, die geboren und dann zur Adoption freigegeben wurde - und ich hatte nichts davon gewusst", erzählt Dominique.

Seitdem sind Dominique und Jennifer unzertrennlich. Ihr leiblicher Vater starb, bevor die Wahrheit ans Licht kam. Ihre biologische Mutter hat Jennifer nur einmal getroffen. "Sie zu treffen war heftig. Ich hab sie gefragt: Hast du jemals an mich gedacht? Hast du dich je gefragt, was aus mir geworden ist? Sie hat mir leidgetan, weil sie mich als Baby nicht einmal im Arm halten durfte."

Angeblich hatte der Vater darauf gedrängt, Jennifer zur Adoption freigeben zu lassen, weil er kein behindertes Kind großziehen wollte. Jennifer ist mit sich im Reinen. "Eine tolle Familie zu haben mit Eltern, die dir Selbstbewusstsein geben, ist einfach alles." Heute arbeitet sie als Akrobatin und Motivationstrainerin - wer könnte Menschen auch besser beibringen, die Dinge im Leben positiv zu sehen, als Jennifer?

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