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TÜV warnt: Gefährlich Schadstoffe in Klassenzimmern

Klassenzimmer
Oft sind Lösemittel Hauptursache für Kopfschmerzen bei Schülern. © dpa, Patrick Seeger

Lösemittel für Schüler gesundheitsgefährdend

Im Unterricht klagen Schüler oft über Kopfschmerzen oder Übelkeit. Die Ursache dafür liegt manchmal unsichtbar in der Luft: Der TÜV Rheinland warnt vor möglichen Schadstoffen in deutschen Klassenzimmern. Die Tester fanden heraus, dass die Werte für Gase, die aus Farben, Lacken, Klebern, Stühlen oder Tischen entweichen, die Empfehlungen des Umweltbundesamtes teilweise um ein Vielfaches überschreiten.

Bei der Untersuchung eines Modellraums mit zufällig ausgewählten Baustoffen, Möbeln und Putzmitteln sei die Obergrenze eines Richtwerts in der Luft um das bis zu 27-fache überschritten worden. Für Schüler sind solch hohe Werte gesundheitsgefährdend, warnt auch die Verbraucherzentrale NRW.

Verantwortlich für den Austritt von sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC) seien Lösemittel, die in Möbeln, Klebern, Farben oder Lacken enthalten seien. Die Stoffe könnten Kopfschmerzen, Augenbrennen und Unwohlsein auslösen. Insbesondere nach einem Neubau oder einer Renovierung sei die Raumluft laut TÜV von Emissionen besonders stark beeinträchtigt.

Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass die Belastung der Raumluft im Laufe der Zeit sinkt. Durch regelmäßiges Lüften verflüchtigen sich die Stoffe nach und nach. Nach einem halben Jahr erreichen die Werte ein niedriges Niveau. Ein Problem für sich seien noch die Putzkolonnen, die nach Schulschluss die Klassenzimmer reinigen: Mit ihren Reinigungsmitteln brächten sie eben jene Lösungsmittel wieder in die Räume, die man durchs Lüften eigentlich verbannen wollte.

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