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Tückischer Fersensporn: Was hilft wirklich?

Tückischer Fersensporn: Was hilft wirklich?
Schmerzhaft und tückisch: Vor allem Läufer leiden unter Fersensporn © dpa, Boris Roessler

Ein Fersenspor, oder auch Fersensporn, ist ein schmerzhafter, dornartiger Knochenauswuchs im Bereich der Ferse. Gar nicht oder falsch behandelt werden die Symptome kontinuierlich stärker und das Gehen und Laufen fällt zunehmend schwerer. Was ist ein Fersenspor und was hilft wirklich?

Vor allem (Lauf-)Sportler ab dem 40. Lebensjahr leiden unter den Schmerzen der entzündungsbedingten Verschleißerscheinung. Aber auch Fuß-Fehlstellungen (Spreiz-/Senkfuß) oder die falschen Schuhe können zu einer Fehlbelastung des Fußes und zu einer Entzündung des Sehnenansatzes an der Ferse führen. Deshalb ist eine frühzeitige Ursachen-Diagnose und eine schnelle und gezielte Behandlung des Problems notwendig, die nicht mal teuer sein muss.

Die knöcherne Ausziehung des Fersensporns allein verursacht keine Schmerzen. Längst nicht jeder mit einem Fersensporn leidet unter Schmerzen bzw. Symptomen. Schmerzen entstehen erst, wenn sich Entzündungen an den Sehnenansätzen und in dem umliegenden Gewebe des dornartigen Ansatzes bilden. Es entsteht ein druckbedingter Schmerz am Sehnenansatz oder ein Druckgefühl beim Gehen. Vor allem Läufer leiden auch morgens an einem stechenden oder pochenden Schmerz im Bereich des Fersenbeins. Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen, wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome haben. Denn wird die Entzündung nicht behandelt, bildet sich der knöcherne Fortsatz weiter aus und sorgt für eine zunehmende Verschlechterung.

Wird ein Fersensporn das erste Mal erkannt, wird die Entzündung häufig mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Kortison-Injektionen behandelt. Diese Behandlung ist zeitlich jedoch nur von kurzem Nutzen. Sie hilft nur, wenn Sie den Fuß länger entlasten können und weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Einlagen sind ein Muss

Schnelle Linderung verschaffen speziell für diese Problematik entwickelte (Gel-)Einlegesohlen und Gesundheitsschuhe. Das stoßdämpfende Material und Aussparungen rund um die Region des Fersensporns entlasten den Fuß. Mit entzündungshemmender Salbe ist so eine schnelle Linderung und Heilung möglich. Bei einer Fuß-Fehlstellung werden orthopädische Einlagen auch zur Korrektur genutzt. Das macht Einlegesohlen zu guten Behandlungs-Allroundern, die in der Regel auch von Ihrer Krankenversicherung finanziert werden.

Nicht nur Salben können Entzündungen hemmen und abschwellend wirken. Ein altes aber bewährtes Hausrezept ist die lokale Kältebehandlung. Rollen Sie einen Kühl-Akku oder mehrere eingepackte Eiswürfel in ein Handtuch und kühlen Sie Ihre Ferse damit. Das geht schnell, ist schmerzlindernd und wirkt ebenfalls entzündungshemmend und abschwellend.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte 'Extrakorporale Stoßwellentherapie'. Mittelenergetische Schall- bzw. Druckwellen werden auf den Fersensporn fokussiert und können so Schmerzen lindern und Verkalkungen soweit lösen, dass sie vom Körper abgetragen und entfernt werden können. Körpereigene Reparaturmechanismen sollen so zu einem Heilungsprozess führen. Die tatsächliche Wirkung ist nur zum Teil wissenschaftlich geklärt, weshalb diese Form der Behandlung häufig selber finanziert werden muss. Viele private Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch auch auf Antrag. Auch gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten unter Umständen, wenn andere Therapieformen keine Linderung verschaffen. Im allgemeinen wird die Stoßwellentherapie von Patienten jedoch als sehr positiv und Wirkungsvoll beschrieben. Deswegen sollten Sie mit Ihrem Arzt über diese Form der Behandlung sprechen, wenn andere Maßnahmen nicht gegriffen haben.

Zur Vorbeugung und bei leichten Schmerzen sollten Sie Dehnübungen machen. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Physiotherapeuten und lassen Sie sich zeigen, welche Dehnübungen am effektivsten sind. Denn viele Anleitungen, die Sie im Internet oder Zeitschriften finden, können Ihre Sehnen und Muskeln auch überbelasten oder einfach nicht für Ihr Problem praktikabel sein.

Lassen Sie sich ärztlich und orthopädisch beraten, wenn ein Fersensporn diagnostiziert wurde. Oft reicht schon ein wenig Ruhe, die Anschaffung vernünftiger Einlegesohlen und eine entzündungshemmende Salbe, um das Problem schnell und dauerhaft zu lösen. Auch wenn es als Sportler schwerfällt: zeigen Sie sich geduldig und vergewissern Sie sich, dass die Entzündung abgeheilt ist. Bezahlen Sie lieber etwas mehr für vernünftig gepolsterte Laufschuhe und lassen Sie Ihre Einlagen darauf anpassen.

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