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Tuberkulose längst nicht ausgerottet

Tuberkulose-Erreger befallen am häufigsten die Lunge.
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. © dpa, Armin Weigel

Resistente Tuberkulose-Erreger sind eine große Gefahr

Tuberkulose ist keine Krankheit, die es irgendwann im letzten Jahrhundert gab: Sie grassiert auch heute noch – auch in Deutschland. Denn ihre Bekämpfung gestaltet sich schwierig, ihre Erreger sind in vielen Fällen resistent. Tuberkulose steht somit ganz oben auf der weltweiten Liste der tödlichen Infektionskrankheiten.

In Deutschland gab es im Jahr 2012 laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 4.220 Tuberkulose-Neuerkrankungen und 140 Todesfälle. Für 2013 meldete das RKI 4.310 Erkrankungen. Ein Großteil der Erkrankten sind Einwanderer aus Osteuropa.

Weltweit starben im Jahr 2012 1,3 Millionen Menschen an der Krankheit, die durch verschiedene Mykobakterien hervorgerufen wird. 8,6 Millionen infizierten sich 2012 neu, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Report 2013 mitteilte. Die Dunkelziffer der Erkrankungen wird aufgrund der unspezifischen Symptome von Tuberkulose allerdings höher geschätzt.

Insgesamt nimmt die Zahl der TBC-Infizierten nur langsam ab: 2011 gab es laut WHO weltweit noch 8,7 Millionen Erkrankte und 1,4 Millionen Tote. In Europa konnte die Infektionsrate durch entsprechende Therapien stark reduziert werden. Auch China schaffte es, die Zahl der TBC-Neuerkrankungen wesentlich zu senken. In Ländern wie Indien und Südafrika ist die Anzahl nach wie vor hoch.

Trotz der Erfolge wurde jedoch auch eine bedrohliche Zunahme von resistenten Erregern verzeichnet: Insbesondere in Osteuropa erwies sich jeder dritte Keim als resistent, wie die 'Ärztezeitung' berichtet. Ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen multiresistente Erreger der Tuberkulose sei nun ein neuer Wirkstoff, der Anfang März in Europa als 'Orphan Drug', als Arzneimittel gegen seltene Krankheiten, zugelassen wurde.

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