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Trotz Liebe die Beziehung beenden: Warum Frauen ihre Partner verlassen

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Wenn man trotz Liebe zum Partner die Beziehung beendet

Liebe allein bringt´s auf Dauer nicht. Also: Was kann ein Mann tun, damit ihn seine Frau nicht verlässt? Ein US-Therapeut hat im Netz eine kleine diesbezügliche Gebrauchsanweisung veröffentlicht. Dort findet sich so manche tiefe Erkenntnis, die potenzielle Fallgruben in einer Beziehung sichtbar macht. Justice Schanfarber legt den Herren vor allem eines zum Nachdenken aufs Nachtkästchen: Frauen verlassen ihre Männer, obwohl sie sie (noch) lieben. Ihre Gründe? Frauen gehen, wenn „der Mann nicht da ist“, wenn er die Liebe und Anwesenheit seiner Gattin als etwas völlig Selbstverständliches hinnimmt.

Beziehung verlassen: Frau schaut traurig auf den Boden
Die Entscheidung, trotz Liebe zu gehen, fällt Frauen nicht leicht © WavebreakMediaMicro - Fotolia

Von Ursula Willimsky

Das Phänomen „Ich liebe ihn, aber ich verlasse ihn trotzdem, weil die Partnerschaft nicht funktioniert“ gibt es häufig. Viele Experten beobachten, dass eine Beziehung – trotz bestehender gegenseitiger Gefühle – zerbrechen kann, wenn Respekt und Freundschaft im Miteinander fehlen. Ehe ist nun mal mehr als ein gefühlsschwangerer Honey Moon.

Der New Yorker Therapeut beschreibt den Mann, der verlassen wird, obwohl er geliebt wird, folgendermaßen: „Er arbeitet, golft, spielt, schaut Fernsehen, angelt … die Liste ist lang“. Dabei sind die Verlassenen laut ‘Huffington Post‘ gar keine üblen Gesellen: „Sie sind gute Väter. Sie unterstützen ihre Familie. Sie sind nett, liebenswert.“ Aber: Die Frau/Familie bekommt all das eventuell gar nicht mit. Denn die Männer sind „nicht da“. Körperlich anwesend vielleicht, aber eben nicht mit ihren Gedanken und ihrer Aufmerksamkeit.

Zu wenig Zuwendung, Nebeneinanderher leben, die Überzeugung, dass „die Partnerin doch weiß, dass ich sie liebe, das muss ich ihr doch nicht jeden Tag sagen und zeigen“ – alles Fehler, die kräftig am Fundament einer Partnerschaft knabbern können. Wobei wir Frauenzimmer nach einer kurzen, aber intensiven Selbstbespiegelung zugeben müssen: Das sind auch alles Fehler, die nicht nur Männer, sondern auch Frauen in einer Beziehung machen können.

Mehr zuhören - ohne WhatsApp oder Spülmaschine ausräumen

Also gucken wir lieber weiter, was der Fachmann den Männern rät – vielleicht kann Frau sich ja den einen oder anderen Tipp abgreifen. Erst mal werden die Basics geklärt: „Deine Frau ist nicht dein Eigentum. Sie hat dir nicht ihre Seele verkauft. Du musst sie dir verdienen. Tag für Tag. Von Moment zu Moment.“ Ja. Unterschreiben wir.

Weiter: „Du gewinnst eine Frau nur durch deine Anwesenheit, deine Lebendigkeit. Das muss sie fühlen. Sie möchte mit dir über die Dinge sprechen, die sie beschäftigen und möchte fühlen, dass du ihr zuhörst – und nicht nur höflich nickst.“ Ja. Das unterschreiben wir auch.

Als Hilfsmittel gegen die eheliche Achtlosigkeit schlägt Schanfarber vor, die Partnerin intensiv anzublicken und auf etwaige Rückfragen mit dem Satz zu antworten: „Ich schaue in dich hinein. Ich möchte dich von innen sehen. Ich bin neugierig, wer du bist“. Das wiederum könnte im Rahmen der ehelichen Alltagskommunikation eventuell zu Irritationen führen. Gerade auch, wenn wir als Frauen diesen Tipp aufgreifen: Nicht jeder Mann wird es als Bereicherung empfinden, wenn seine Gattin ihn lange intensiv schweigend betrachtet und irgendwann verkündet, dass sie in ihn hineinschauen will. Ehrlich gesagt glauben wir noch nicht einmal, dass sich allzu viele Frauen diese Form der Aufmerksamkeit wünschen.

Dann doch eher auf das hinlänglich bekannte, aber dennoch gerne vernachlässigte Portfolio zurückgreifen: Zuhören, ohne gleich reflexartig Lösungen zu bieten. Über mehr reden als darüber, wer das Leergut wegbringt. Sich mal wieder einen gemeinsamen Abend gönnen ohne sich mit anderen zu treffen. Sich regelmäßig mit anderen treffen … Man ahnt: Wir haben uns für diese Aufstellung auf vielen Seiten von Beziehungsexperten herumgetrieben.

Auf einer fanden wir den schönen Satz: „Eine Beziehung ist planbar. Die Liebe nicht.“ Ach. Diese Weisheit sticken wir in Schönschrift und hängen sie übers Ehebett. Als Mahnung für den Liebsten, aber auch als Erinnerung für uns selbst. Damit wir ihn am nächsten Feierabend mit der Frage begrüßen: „Na, wie war dein Tag so?“ – und dann auch zuhören, was er zu erzählen hat. Ohne nebenher noch schnell die WhatApp-Meldungen zu checken und die Spülmaschine auszuräumen. Damit auch er spürt, dass wir da sind.

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