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Trotz Dottersacktumor: Vanessa Weils (39) macht mit ihren Fotos anderen Krebspatienten Mut

Vanessa Weil macht sich und anderen Krebspatienten Mut
Vanessa Weil macht sich und anderen Krebspatienten Mut Foto-Projekt 'Krebs ein Gesicht geben' 00:02:20
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Vanessa modelt unter dem Motto 'Krebs hat ein Gesicht'

Es ist wohl eine der schlimmsten Diagnosen, die man bekommen kann: Krebs und nur noch wenige Zeit zu leben. Bei Vanessa Weil aus Schriesheim in Baden-Württemberg entdeckten Ärzte durch Zufall einen bösartigen Dottersacktumor in ihrer Nebenniere. Dennoch bleibt Vanessa stark - für sich und für andere Krebspatienten. Sie möchte auf die Krankheit aufmerksam machen, schließlich gibt es auch ein Leben mit Krebs. Mit ihrer Foto-Aktion 'Krebs hat ein Gesicht' macht Vanessa sich und anderen kranken Menschen Mut.

"Die Idee war auch zu zeigen, wie wandelbar wir sind, wie schön wir sind - trotz Krebs."

Vanessa Weil macht sich und anderen Krebspatienten mit ihrem Foto-Projekt 'Krebs ein Gesicht geben' Mut.
Mit ihrem Foto-Projekt 'Krebs ein Gesicht geben' macht Vanessa Weil sich und anderen Krebspatienten Mut.

Vor zwei Jahren erhielt Vanessa Weil die schockierende Diagnose: Dottersack-Krebs. Die inzwischen 39-Jährige hat laut eigener Aussage bereits einiges in ihrem Leben mitgemacht. Doch dass sie eines Tages an einem Dottersacktumor leiden würde, damit rechnete Vanessa nicht. "Ich habe nie an Krebs gedacht. Es gab ja keine Anzeichen. Ich habe mich gut gefühlt. Ich hatte ja nichts." 

Obwohl es anfangs hieß, dass Vanessa - trotz Dottersacktumor - eine 80-prozentige Heilungschance hätte, geben die Ärzte ihr heute nur noch ein Jahr zu leben. Umso mehr müsse man auf die Krankheit aufmerksam machen, findet Vanessa. Sie möchte nicht nur die Frau mit Dottersack-Krebs sein.

Deshalb rief Vanessa ein Foto-Projekt ins Leben 'Krebs ein Gesicht geben', für das sie regelmäßig vor der Kamera posiert - fehlende Haare hin oder her. "Es wäre schön, etwas zu haben, um die Leute anzureizen mit mir weiterzugehen, Monat für Monat. Und gleichzeitig zu zeigen, dass wir mehr sind als krebskrank", erzählt Vanessa. "Die Idee war auch zu zeigen, wie wandelbar wir sind, wie schön wir sind - trotz Krebs." 

Dottersacktumor

Dottersacktumore treten insgesamt selten auf. Sie gehören zu der Gruppe der bösartigen Keimzellentumore und haben ihren Ursprung im Steißbeinbereich, in den Eierstöcken, in Hoden oder im Zentralnervensystem, heißt es im Informationsportal zu Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Typisch für die zystischen Geschwüre ist ihr extrem schnelles Wachstum und die Symptome, die vergleichsweise früh bemerkt werden. Häufig leiden Betroffene unter Bauchschmerzen. 

Besonders oft tritt die Krankheit im Kindesalter auf. Keimzellentumore machen insgesamt rund drei Prozent aller Krebserkrankungen im Kindes-und Jugendalter aus. Das durchschnittliche Alter der Patienten, die speziell an Dottersack-Krebs leiden, liegt bei knapp zwanzig Jahren. Die Chance, dass Menschen, die Dottersacktumore haben, nach fünf Jahren noch leben, beträgt etwa 80 Prozent. 

Vanessas Wunsch für die Zukunft

13 Fotografen fotografieren Vanessa zurzeit ehrenamtlich für einen Kalender. Tausend Exemplare davon möchte die Baden-Württembergerin nächstes Jahr für den guten Zweck verkaufen, eben um Krebs im wahrsten Sinne des Wortes 'ein Gesicht zu geben'. Bis dahin wünscht sich Vanessa, den Dottersacktumor zu vergessen, noch einmal in den Urlaub zu fahren und auf jeden Fall möchte sie die Erscheinung ihres Kalenders miterleben. Wir wünschen ihr alles Gute dabei!

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