Trennungskinder: Trotz Trennung gute Eltern bleiben

Trennungskinder: Trotz Trennung gute Eltern bleiben
© picture-alliance / dpa, Eva von Maydell

Gute Eltern für Trennungskinder

Jetzt wissen wir, warum bei Jürgen Drews die Aussicht, dass seine Ex Corinna in den Dschungel geht, so heftige Schnappatmungs-Anfälle auslöste, dass fast Dr. Bob gerufen werden musste. Der Schlagersänger wollte unbedingt verhindern, dass Corinna bei Reis, Bohnen und Bekloppten am Lagerfeuer ins Plaudern gerät. Denn genau das passierte. Schon gleich zu Beginn packte sie aus, dass der liebe Jürgen angeblich ein schlechter Vater sei. Was meint sie damit und warum es so verdammt schwer, trotz Trennung gute Eltern zu sein?

Von Dagmar Baumgarten

Corinna Drews hat nicht lange gefackelt. Es war gar nicht einfach zwischen hysterischen Kreisch-Krampf Blondinen, und selbstverliebtem Parfumverscherbler überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber mit ihren Enthüllungs-Vorwürfen hat Corinna das sehr schnell geschafft. Was auch immer zwischen dem einst glücklichen Paar Drews passiert ist, hat bei Corinna bis heute Spuren hinterlassen. Ganz offensichtlich nervt sie Jürgens „neue“ Beziehung mit Ramona immer noch. Ihre Rache ist die im Moment tägliche Dschungelprüfung für Jürgen, der sich jeden Tag zitternd der Aufgabe stellen muss, mit schmutziger Wäsche beworfen zu werden.

Sie sagt, er hätte sich nicht um seinen Sohn gekümmert, und stünde unter Ramonas böser Fuchtel. Er sagt, dass sie lügt, und nur sein Geld will. Was Corinna und Jürgen uns gerade vorleben, ist vielen Paaren sehr vertraut. Nach der Trennung zwischen den Scherben einer Beziehung gibt es so viele Kränkungen und Verletzungen, dass es fast unmöglich scheint, fair zu bleiben.

Und immer leiden die Kinder. Denn sie halten als Druckmittel her. Werden gegen den Anderen aufgehetzt, oder der Partner wird erpresst, dass er das Kind nie wieder sehen darf. Von selber regelt sich das selten. Corinna und Jürgen haben sich vor 29 (!) Jahren getrennt. Doch wie wütend sie immer noch ist, zeigt ja, dass sie es kaum abwarten konnte, Jürgen als schlechten Vater in die Pfanne zu hauen. Harmonische Trennungen kriegen wohl die allerwenigsten wirklich hin, doch um es für die Kindern so leicht wie möglich zu machen, kann man durchaus was tun.

Dem Partner gegenüber fair bleiben

Auch wenn Fairness dem Partner gegenüber schwer fällt - es ist ganz wichtig den anderen nicht zu verteufeln. Gerade frisch getrennt muss man sich zum Wohl des Kindes oft zwingen, loyal zu bleiben. Gute Eltern sind die, die auch nach der Trennung wissen, wie wichtig der jeweils andere für das Kind ist.

Bei einer Trennung entstehen beim Kind große Verlustängste, die ja auch real sind, denn es verliert ja wirklich, zumindest räumlich, einen Elternteil. Deshalb ist es so wichtig, dass es einen festen Zeitplan gibt, wann das Kind den anderen besuchen darf. Außerdem glauben gerade kleine Kinder oft, dass sie Schuld an der Trennung sind. Immer wieder muss man dem Kind sagen, dass das nicht der Fall ist:

Wenn es nicht klappt, sollte man nicht zögern, und sich professionelle Hilfe suchen. Es geht dabei nicht darum amtlich festzustellen, wer denn Schuld hat, dass es nicht klappt. Man sollte zum Wohl des Kindes unbedingt falschen Stolz beiseite schieben. Heutzutage gibt es viele Anlaufstationen sowohl bei Jugendämtern, als auch der Bundes Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation.

Zugegeben, es klingt theoretisch alles viel leichter, als es in der Praxis ist. Nicht nur Corinna und Jürgen Drews wissen das. Wirklich stolz können die Eltern sein, die es sogar schaffen, gemeinsame Termine wie Geburtstage, oder Einschulungen ohne Spannungen zu meistern.

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