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Trennungen: Mediatoren helfen bei Streitfragen

Wenn zwei sich streiten, gibt es keine Einigung. Dann muss ein Mediator helfen.
Wenn die Fronten bei einer Scheidung verhärtet sind, können Mediatoren helfen, eine gemeinsame Ebene zu finden.

Trennungen: Mediation macht Kommunikation möglich

Nach dem Entschluss, sich scheiden zu lassen, beginnt oft der eigentliche Rosenkrieg: Wer bekommt das Haus, wer das Vermögen? Wem wird das Sorgerecht erteilt, wie oft darf der Ex-Partner meine Kinder sehen? Diese Streitfragen werden häufig erst vor Gericht entschieden. Der Nachteil: hohe Gerichts- und Anwaltkosten. Ratsam ist es, sich einen unbeteiligten Außenstehenden zu suchen, der es den Betroffenen ermöglicht, wieder eine gemeinsame Kommunikationsebene zu finden. In Deutschland gibt es dafür sogenannte Mediatoren.

 

Bei der Mediation suchen die Parteien freiwillig nach außergerichtlichen Lösungen. Sowohl die persönlichen als auch sachlichen Fragen sollen aus dem Weg geräumt werden. Dabei geht es nicht darum, dass ein Partner Recht bekommt, sondern dass beide Seiten gewinnen, indem sie sich weiterhin in die Augen schauen und nebenbei auch Gerichtskosten gespart werden können. Die Gespräche sollten sachlich und  grundsätzlich frei von persönlichen Fragen sein – zugegeben keine einfache Situation, wenn man sich den Grund für diese Aussprachen vor Augen führt.      

Eine klassische Ausbildung zum Mediator gibt es in Deutschland nicht. Bei einer Scheidung ziehen die Betroffenen meistens Juristen, Psychologen oder Sozialwissenschaftler zur Beratung hinzu. Diese Person sollte unvoreingenommen in die Gesprächsführung gehen. Ihr Ziel ist es, die Positionen der Partner auszugleichen. Nur wenn ein Mediator denkt, dass Gespräche auch Sinn machen, finden diese auch statt. Dabei erarbeitet er gemeinsam mit den Partnern Regelungen, die die Konflikte auch langfristig beseitigen. Lösungsvorschläge werden schriftlich festgehalten, um sicherzustellen, dass sich die Parteien an die Vereinbarungen halten.

Mediation: Friedliche Einigung senkt Kosten

Die Kosten der Mediation hängen vom Streitfall und vom Mediator ab. Grundsätzlich gilt: Je komplexer der Konflikt ist, desto größer ist auch die Anzahl der vorgesehenen Sitzungen. In der Regel handelt der Mediator ein Honorar aus, die Betroffenen bezahlen pro Gesprächsstunde. Die Höhe ist individuell verhandelbar; bei einem Rechtsanwalt liegen die Stundensätze beispielsweise zwischen 120 bis 200 Euro. Vor Beginn der Mediation sollten die Kosten per Vertrag schriftlich festgehalten werden. Das klingt zunächst teuer, ist in den meisten Fällen aber günstiger als eine gerichtliche Verhandlung.       

Neben dem finanziellen Aspekt zählt bei der Mediation aber vor allem eins: eine möglichst friedliche Einigung. Sie sollen hinterher nicht beschließen, wieder als glückliches Paar aus den Gesprächen herauszugehen. Ein Mindestmaß an Kompromissbereitschaft muss jedoch das Ziel sein. Das hilft nicht nur den Eltern, sondern auch deren Kindern.    

Scheidung: Tipps zum Weg aus dem Chaos

Trennungen: Mediatoren helfen bei Streitfragen
Die Scheidung als letzter Ausweg? © Maridav - Fotolia, Maridav

Nach einer Scheidung stehen die Betroffenen oft vor einem Scherbenhaufen: Unterhalt, Sorgerecht, Vermögensverteilung – all das sind Themen, die Fragen mit sich bringen. Wie viel Anspruch hat Ihr Kind? Wie teuer wird eine Scheidung? Welche rechtlichen Konsequenzen hat eine Trennung? Wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten durch das Scheidungs-Chaos kommen. 

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