BABY BABY

Trend aus den USA: Eltern kleben ihren Baby-Mädchen Schleifen an den Kopf

Instagram: Girlie Glue - Zwei kleine Babys liegen schlafend nebeneinander und haben eine Schleife am Kopf kleben.
Schleife an den Kopf geklebt: Jeder soll sehen, dass diese beiden kleinen Schlafmützen weiblich sind - muss das wirklich sein?

Wenn Eltern den Verstand verlieren

Es ist bekannt, dass manche Eltern durchdrehen, wenn es um den eigenen Nachwuchs geht. Sie finden ihre Kinder oft so reizend, dass sie Freunde mit Geschichten von Babys‘ neuen Großtaten nerven ("Er hat zum ersten Mal bababa gesagt"). Oder permanent mutmaßlich süße Baby-Fotos verschicken und posten. Ein besonders durchgedrehter Trend kommt nun - wie immer - aus den USA. Dort ist es offenbar hip, noch haarlosen Babys, vornehmlich Mädchen, Schleifen oder sonstige Verzierungen an die Köpfe zu kleben.

Von Christiane Mitatselis

"It’s never too early to be Girlie"

Nein, es ist kein verspäteter Aprilscherz. Der Kleber heißt 'Girlie Glue' und wirbt mit dem Slogan: "It’s never too early to be Girlie" – Es ist nie zu früh, ein Girlie zu sein. Das Zeug wird nur aus natürlichen Zutaten wie Agaven-Sirup hergestellt, so dass es die Eltern den armen Kleinen bedenkenlos an die Köpfe schmieren können. Und das offenbar auch gern und häufig tun. Beim amerikanischen Amazon gibt es jedenfalls jede Menge begeisterte Produktrezensionen und viele Sterne für den Kleber. 

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Eltern posten dort auch Fotos von armen Säuglingen, denen rosa Schleifen seitlich oder frontal an die Köpfe gekleistert wurden. Jemand fragt - in offensichtlich ironischem Ton -, ob man mit dem Wunderzeug denn auch Spielzeug-Autos an die Köpfe männlicher Babys kleben könne? Darauf gibt es lauter ernsthafte Antworten. Wahrscheinlich werde es nicht allzu lange halten,scheibt eine Kundin. Man sieht: Es gibt Menschen, die den Verstand verlieren, wenn es darum geht, die lieben Kleinen hübsch in Szene zu setzen. Und Firmen, die daraus gnadenlos Profit schlagen.

Rollenklischees? Geschlechter-Stereotype?

Darum schert sich hier niemand. Es scheint diesen Eltern ein enormes Verlangen zu sein, das Geschlecht kleiner Mädchen möglichst früh sichtbar zu machen; dann, wenn die Haare noch sehr kurz oder kaum vorhanden sind, sodass sich noch keine süßen Zöpfchen flechten lassen. Traditionell werden Mädchen ja sowieso in Rosa gekleidet, Jungs in hellblau. In südlichen Ländern, zum Beispiel in Spanien, werden weiblichen Säuglingen schon ganz früh Ohrlöcher gestochen. Jeder weiß dort: Wer Ohrstecker trägt, ist ein Mädchen. 

Dagegen sind an den Kopf geklebte Schleifen fast harmlos. Es bleiben nur bescheuerte Fotos zurück, die die Kinder eines Tages, wenn sie groß sind, gegen ihre Eltern verwenden können. Als Dokument dafür, dass Papa und Mama in dieser Phase ihres Lebens nicht zurechnungsfähig waren. 

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Youtuberin Tasha Maile stillt Baby während sie Sex hat Sie erntete scharfe Kritik von ihren Followern 00:01:07
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