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Trauerfall im Hasenstall: Was hilft, wenn das Haustier stirbt

Trauerfall im Hasenstall: Was hilft, wenn das Haustier stirbt

Von Sophie Eberlin

Der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Tieres ist nicht leicht. Noch lange danach quälen uns Emotionen, die wir bei dem Gedanken an das gestorbene Tier haben. Die Trauer, die wir dabei empfinden, ist geprägt von Gefühlen der Hilflosigkeit, vom Schmerz der Einsamkeit und dem Verlassen sein. Wut- und Schuldgefühle wechseln sich ab. Aber auch Aggression und Tränen sind völlig natürliche Reaktionen. Wem sein Tier im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen ist, der muss zuerst zwei Dinge lernen: Er muss die Tatsache, dass das Tier tot ist, akzeptieren, und er muss alle Empfindungen zulassen. Tut er dies nicht, zerfressen ihn die unterdrückten Gefühle von innen und es wird viel schwerer, damit umzugehen.

Bei unserer Trauerarbeit durchlaufen wir immer vier Stadien. Das ist beim Tod eine geliebten Tieres nicht anders als beim Tod einen nahen Menschen.

1. Das Verleugnen: Wir wollen den Tod des Tieres nicht wahrhaben.

2. Kochende Emotionen: Die Gefühle wirbeln wild durcheinander. Wut, Trauer, Angst und die Frage nach dem Schuldigen beschäftigen uns.

3. Auseinandersetzung mit der Realität: Der Tote wird 'gesucht' in Erinnerungen, auf Fotos; jetzt erst sind wir bereit für die Konfrontation mit der Realität und langsames Herantasten an die neue Situation.

4. Neuorientierung und Akzeptanz: Wir akzeptieren den Verlust und finden einen Weg, damit umzugehen. So ist eine Neuorientierung möglich.

Um einen Abschluss finden zu können, muss der Mensch lernen, eine neue Rolle ohne das Tier zu finden. Das heißt wir legen die Rolle als Halter des gestorbenen Lieblings ab, und lernen, mit den Erinnerungen in Frieden zu leben. So geht der stechende Schmerz über das Ableben in sanfte, friedliche Trauer über.

Trost finden

Trost können wir uns zunächst nur selbst verschaffen, indem wir uns mit dem Thema auseinandersetzen. Später können Gespräche mit Freunden oder der Familie mit gemeinsamen Ausflügen in die Vergangenheit und gemeinsamer Erinnerung an das Tier sehr hilfreich sein. Um die Trauerarbeit etwas zu vereinfachen, sollten symbolische Handlungen, wie zum Beispiel ein Grab für das Tier finden, gesucht werden. So haben wir einen Ort, an dem wir an das Tier denken können und den wir fest mit dem verstorbenen Spielgefährten der Kindheit verbinden. Dieser Ort ist auch wichtig, damit man einen Platz zum Trauern hat und die Trauer "dort auch lassen kann“.

Was passiert, wenn das Tier gestorben ist?

Trauerfall im Hasenstall: Was hilft, wenn das Haustier stirbt

Beim Tierarzt

Mit der Frage sind viele Halter überfordert. Gerade, wenn das Tier plötzlich stirbt, fällt es den meisten Menschen schwer, zu entscheiden, was dann mit dem geliebten Tier geschehen soll.

Sollte das Tier beim Tierarzt gestorben sein oder ist dort eingeschläfert worden, lautet das Angebot des Arztes immer: „Wollen Sie es gleich hier lassen?“. Doch was genau bedeutet das? Das heißt meist nichts anderes, als dass der Körper des Tieres als Rohstoff verwertet oder als Tiermehl aufbereitet wird.

Die vertraute Umgebung - der eigene Garten

Wer jedoch einen Garten hat und es aushält, ein Tiergrab in seinem Garten zu haben, kann sein Tier auf dem eigenen Grundstück begraben. Das ist erlaubt! Es ist persönlicher und bietet eine vertraute Umgebung zum Trauern. Gestattet ist ein Gartengrab, solange es nicht im Wasserschutzgebiet oder zu nah an der Straße liegt und nicht tiefer als 50 Zentimeter ist. Wer ein kleines Wäldchen in seiner Nähe hat, sollte wissen, dass er das Tier dort nur bestatten darf, wenn er auch der Waldbesitzer ist. Also Vorsicht!

Krematorium oder Tierbestatter? Alternativen ohne Garten

Für Tierbesitzer ohne Garten gibt es zum Glück auch Alternativen, über die Sie sich beim Tierarzt informieren können. Tierbestatter bieten in der Regel zwei Möglichkeiten an. Entweder sie arbeiten mit einem Krematorium zusammen, wo das Tier eingeäschert wird oder das Tier bekommt ein Grab auf einem Tierfriedhof. Beim Einäschern bekommt der Halter die Urne und kann sie behalten oder die Asche auf einer bestimmten Fläche des Krematoriums verstreuen.

Wie erfahre ich, ob ein Tierfriedhof in meiner Nähe ist?

Wenn Sie Ihre oder eine umliegende Stadt bei einer Online-Suchmaschine zusammen mit dem Stichwort ‚Tierfriedhof’ eingeben, erhalten Sie verschiedene Suchergebnisse. Davon können Sie dann das wählen, was ihnen am meisten zusagt. Aber Vorsicht: Eine Tierbestattung ist oft mit einem Vertrag über mehrere Jahre und mehreren Zahlungen verbunden. Die Kosten betragen je nach Größe und Gewicht des Tieres zwischen zwei und acht Euro. Dazu kommen dann noch Kosten, die individuell von den Tierbestattern erhoben werden.

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