BABY BABY

Trauer verarbeiten: Vater zeichnet herzzerreißendes Bild nach Fehlgeburt-Diagnose

Curtis Wiklund malt Bild nach Fehlgeburt.
Curtis Wiklund verarbeitete die Fehlgeburt seiner Frau in diesem tragischen Bild. © Instagram/Curtis Wiklund

"Ich hatte das Gefühl, diesen Moment dokumentieren zu müssen"

Eine Fehlgeburt ist für alle werdenden Eltern eine Tragödie. Und jedes Elternteil hat eine andere Art mit der Trauer über das verlorene Kind umzugehen. Der Fotograf und Illustrator Jordin Wiklund aus Michigan (USA) verarbeitete seine Trauer in einem herzzerreißenden Bild, das den Moment zeigt, nachdem er und seine Frau erfahren haben, dass ihr Baby tot ist.

"Ich hatte das Gefühl, diesen Moment dokumentieren zu müssen", erzählt Curtis der 'Huffington Post', und dabei war es dem sonst so fröhlichen Zeichner wichtig, diesen Moment so genau wie möglich festzuhalten. "Manche Leute müssen danach Laufen gehen oder etwas anderes Körperliches tun, andere Leute müssen Musik machen oder zeichnen." Das Bild zeigt das Ehepaar in ihrem Auto, nachdem sie die Schockdiagnose erhalten haben. "Wir haben einfach eine halbe Stunde geweint. Dann haben wir unser zweites Auto auf dem Parkplatz stehen gelassen und sind nach Hause gefahren", erzählt Curtis weiter. 

Als die Ärztin den Raum verließ, wussten die werdenden Eltern, dass etwas passiert war

Im Sommer 2016 hatten Curtis und seine Frau Jordin, die schon Eltern eines dreijährigen und einjährigen Sohnes sind, erfahren, dass sie noch ein drittes Kind erwarten. Voller Vorfreude auf die nächsten Bilder fuhren die beiden an dem besagten Tag zur nächsten Ultraschalluntersuchung - es war die neunte Schwangerschaftswoche. Curtis holte während der Untersuchung sogar sein Handy raus, wollte die neuen Aufnahmen ihres Ungeborenen filmen. "Dann fragte die Ärztin, ob ich das Handy wegpacken könnte, damit sie nachgucken könne, ob alles mit dem Baby okay sei", so Curtis, "Da realisierte ich zum ersten Mal, dass etwas nicht okay sein könnte."

"Als die Ärztin den Raum verließ, fing Jordin an zu weinen. Sie wusste, was passiert war", erklärt der Vater. Ein Arzt teilte den beiden mit, dass ihr Kind in der sechsten Schwangerschaftswoche aufgehört habe zu wachsen und man keinen Herzschlag mehr hören könne. In diesem Moment brach für die glückliche Familie eine Welt zusammen. Für den selben Tag hatte das Paar eigentlich eine große Baby-Party geplant, bei der sie die Schwangerschaft der Familie verkünden wollten.

Ihre Geschichte soll anderen Eltern nach einer Fehlgeburt Mut machen

Curtis wollte das, was passiert war, eigentlich nicht zeichnen. In Worten konnte er aber nicht ausdrücken, was er fühlte. Also malte er das Bild in sein Zeichenheft, danach fühlte er sich befreit und wollte den Moment nur noch darin leben lassen. Plötzlich merkte er aber, dass er das Bild mit der Welt teilen müsse. Bei Instagram und Facebook reagierten tausende Menschen positiv auf das Bild, er sprach ihnen mit seinen Emotionen aus der Seele.

"Natürlich hat es sich zu verletzlich, zu frei entblößt angefühlt, das Bild online zu stellen und ich dachte auch, dass Jordin niemals zustimmen würde", erklärt Curtis, "Aber es hat sich trotzdem irgendwie wichtig angefühlt. Ich habe gehofft, es würde andere trösten, denen es auch schlecht geht." Und das sieht auch seine Frau so: "Eine Fehlgeburt ist eine sehr einsame Erfahrung und wenn Curtis' Bild dazu beitragen kann, anderen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein, so wie es mir meine Freunde gegeben haben, hat es sich gelohnt, es zu teilen". Wie wahr!

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