Transgender: Emma ist im falschen Körper geboren

Aus Ronan wurde Emma

Emma Hayes ist ein neunjähriges Mädchen aus Australien. Emma wurde als Junge geboren, aber schon im Alter von vier Jahren war ihr klar, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Das Transgender-Mädchen kämpft nun darum, wie ein ganz normales Mädchen behandelt zu werden.

Aus Ronan wurde Emma
Die kleine Emma wurde als Junge geboren.

Heute ist Emma glücklich. Sie freut sich, wenn sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Skyla schminken kann. Doch vor kurzem hieß Emma noch Ronan und besuchte die Schule als Junge. "Ich habe es gehasst", beschreibt Emma im Interview mit RTL ihre Gefühle, "ich wollte ein Mädchen sein und kein Junge". Die Situation war nicht nur für sie schwierig, sondern auch für ihre ganze Familie. "Wenn sie ihre Schuluniform anhatte, nannten wir sie Ronan, in ihren Mädchenkleidern Emma. Das war wirklich hart für sie, das war für uns alle hart", erzählt ihre Mutter Meagan Hayes.

Dass Emma mit ihrem Geschlecht unzufrieden war, stand schon früh fest. Ihre Mutter erinnert sich an eine schreckliche Situation: "Ich bin in ihr Zimmer gekommen und sie hatte ihre Hose runtergezogen. Sie hatte ein Messer in der Hand und war dabei, sich den Penis abzuschneiden." Für die Psychologin Rüya Kocalevent ist dies eine dramatische, aber nachvollziehbare Folge der sogenannten Geschlechtsidentitätsstörung. "Das kann man unter sehr starkem Unbehagen mit dem biologischen Geschlecht einordnen. Wenn man sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren kann, kann es zu solchen Handlungen kommen", erklärt sie.

Ihre Eltern akzeptieren sie so, wie sie ist

Auch wenn es am Anfang nicht ganz einfach war, haben ihre Eltern nun voll und ganz akzeptiert, dass sie eine Tochter haben. "Seit sie als Emma zur Schule geht, wurde sie nicht einmal vom Unterricht ausgeschlossen und hat ihr erstes Zeugnis mit einer Eins bekommen. Das ist großartig", freut sich ihre Mutter.

Es ist wichtig, dass die Eltern offen mit ihrem Kind reden, macht Psychologin Kocalevent klar. "Für das Kind ist in erster Linie Aufklärung bedeutsam. Also eine gründliche Sexualaufklärung, die Aufklärung über eigenverantwortliches Handeln und über die Konsequenzen solch einer Entscheidung, die ja nicht im Kindesalter enden, sondern später häufig auch Operationen oder Ähnliches nach sich ziehen."

Damit Emma auch weiterhin so glücklich bleibt, unterstützen sie ihre Eltern, wo sie können. Ihr größter Wunsch ist eine geschlechtsangleichende Operation. Die ist in Australien - wie in der Regel auch in Deutschland - erst mit 18 Jahren möglich. Bis es für Emma soweit ist, muss sie sich noch neun Jahre gedulden. Dann ist sie endlich 18.

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