Tragischer Verwechslungsmord: Killer tötet den Falschen

Im Telefonbuch in die falsche Zeile gerutscht: Mörder erschießt den Falschen

Vor 18 Jahren starb Josef Enzesberger aufgrund einer tragischen Verwechslung - erschossen, weil der Mörder seinen Namen im Telefonbuch verwechselt hatte. Er war im Buch einfach in die falsche Zeile gerutscht. Und jetzt, erst 18 Jahre danach, konnte dieser Mordfall endlich aufgeklärt werden.

Den Falschen erschossen: Diese beiden Männer wurden verwechselt
Die Mörder verwechselte diese beiden Männer

Josef Enzesberger war ein durchweg positiver Mensch - er hatte seinen 50. Geburtstag hinter sich und noch so viel vor. Seine Frau versteht bis heute nicht, warum das alles passieren mußte. In den vergangenen Jahren dachte Erika Enzesberger jeden Tag an den 8. Januar 1996 und hoffte auf Aufklärung. An dem Tag, an dem Josef Enzesberger erschossen wurde, ging sie wie gewohnt morgens zur Arbeit, nicht ahnend, dass sie ihren Ehemann nicht mehr lebend wiedersehen würde.

Auf der Treppe vor der Haustür stirbt Josef Enzesberger - mit drei Schüssen niedergestreckt. Der Täter entkommt unerkannt. Jahre verstreichen, Jahre, in denen Ermittlungsbehörden alles daran setzten, den Mord aufzuklären. Auch ein durch eine Zeugin angefertigtes Phantombild bringt die Polizei nicht weiter. Erst jetzt, nach 18 Jahren, klärt sich der Fall.

Eigentlich sollte ein Polizeichef sterben

18 Jahre lang ahnte Erika Enzesberger nicht, dass ihr Ehemann Opfer einer Verwechslung geworden ist. Anstelle von Josef Enzesberger sollte eigentlich ein anderer sterben: Max Enzbrunner, Ex-Polizeichef von Herrsching, einem Vorort von München. Nur weil der Mörder im Telefonbuch in der Spalte verrutscht war, wurde Josef Enzesberger getötet. Der Täter hatte Enzbrunner mit Enzesberger einfach nur verwechselt.

Vergangenen Herbst offenbarte sich der Täter Uwe G., der seit längerer Zeit in einer Psychiatrie einsitzt, dass er der Mörder ist und dass er eigentlich den ehemaligen Polizeichef töten wollte. Er habe sich im Telefonbuch in der Spalte vertan und die falsche Adresse herausgesucht.

Das besonders perfide an dem Fall: Max Enzbrunner war am Tatort, um den Mordfall aufzunehmen, denn er hatte Streifendienst und wurde als erster dorthin bestellt. Das Motiv ist völlig unklar. Der Ex-Polizeichef weiß bloß, dass er unglaubliches Glück hatte wegen dieser Verwechslung.

Der pensionierte Polizist hat sich bis heute noch nicht bei der Witwe von Josef Enzesberger gemeldet - angeblich will er das aber bis September tun. Dann soll es zum Prozess kommen. Dort will Erika Enzesberger abschließen - nach 18 Jahren. Wenn die Witwe den Täter gesehen hat, kehrt nach vielen Jahren endlich Ruhe ein. Dann werden die Akten geschlossen und der Mordfall, der durch eine tragische Verwechslung geschah, ist endlich aufgeklärt.

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