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Träume: Wie und warum wir träumen

So beeinflusst unser Alltag unsere Träume
So beeinflusst unser Alltag unsere Träume Diese Traum-Symbole finden sich bei vielen Menschen 00:02:57
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Beim Träumen verarbeiten wir die täglichen Erlebnisse

Die Welt der Träume nimmt viele Menschen Nacht für Nacht gefangen. Aber was wollen uns unsere Träume sagen? Warum träumen wir überhaupt? Und wieso ist es nahezu unmöglich, die eigenen Träume zu beeinflussen?

Träume: Wie und warum wir träumen
© Domenico Gelermo, photographer Valua Vitaly

Während der Körper schläft, ist das Gehirn weiter aktiv. In der Nacht nutzt es die Inaktivität, um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten und einzuordnen. Schlafen und träumen wirken dabei wie eine Art Datensicherung. Meist träumen Kinder mehr als Erwachsene. Das liegt daran, dass ihr Gehirn mehr verarbeiten muss, weil sie mit ihren Gefühlen noch nicht so gut umgehen und diese richtig einsortieren können.

Der Mannheimer Traumforscher Prof. Dr. Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit beschäftigt sich mit den wichtigsten Fragen rund um die Traumwelt. Wieso kehren manche Träume immer wieder? Und was sagen Träume über uns aus?

Habe ich Einfluss darauf, was ich träume?

Träume haben eigentlich immer einen direkten Bezug zur Realität. Viele Träume reflektieren Erlebnisse des Tages, allerdings häufig in einer stark übertriebenen Form. Träume wirken ein wenig wie ein Vergrößerungsglas. So geben sie reale Probleme - beispielsweise in der Partnerschaft oder im Job - wieder, allerdings mit teils drastischen Bildern.

Am intensivsten träumen wir in der REM-Schlafphase. Typisch für diese Schlafphase sind die schnellen Augenbewegungen, woher sich auch der Name REM - für Rapid Eye Movement - ableitet. Das ist vor allem morgens vor dem Aufwachen der Fall. Diese Träume merken wir uns auch am leichtesten.

Wir vergessen Träume umso schneller, je abrupter das Aufwachen ist. Reißt uns also der Wecker aus dem Schlaf und damit aus dem Reich der Träume, so haben wir in der Regel schon nach wenigen Sekunden die Traumhandlung vergessen. Können wir jedoch ausschlafen, so fällt es leichter, sich den Traum zu merken. Außerdem erinnern wir uns an negative Träume besser als an positive.

Auch wenn sich wohl die meisten Menschen angenehme Träume wünschen, gelingt es kaum, Träume dahingehend zu beeinflussen. Nur Menschen, die sehr geübt im Meditieren sind, können ihre Träume ein wenig steuern. Generell verarbeitet unser Gehirn jedoch tagsüber Erlebtes. Das gleiche gilt für das Weiterträumen: Wenn wir in der Nacht wach werden, um kurz zur Toilette zu gehen, startet beim Weiterschlafen meist ein anderer Traum. Nur die wenigsten träumen anschließend den vorherigen Traum weiter.

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