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Toucheurismus, Exhibitionismus & Co.: Die dunkle Seite des Sex

Toucheurismus, Exhibitionismus & Co.: Die dunkle Seite des Sex
Die dunkle Seite des Sex: Anrüchig bis verboten © mocker_bat - Fotolia, Lev Olkha

Das bedeuten Toucheurismus und Exhibitionismus

Was früher als pervers galt, wird heute im Vorabendprogramm gezeigt. Manche sexuelle Abweichungen müssen dagegen therapiert werden. Wir nennen und erklären die häufigsten Spielarten.

Toucheurismus und Frotteurismus: Die Lust, Fremde zu berühren:

Überfüllte Bus und Bahnen, Massenveranstaltungen wie Karneval und Anonymität sind ihr Revier: Toucheure und Frotteure finden ihre Erregung darin, fremde Menschen anzufassen (touch) oder sich gar an ihnen zu reiben (frotter). Brust, Po, Scham oder Oberschenkel sind ihr begehrtes Ziel. Das ist eine eindeutige Verletzung der Intimsphäre – auch wenn die Frau (in den allermeisten Fällen sind Frauen die Opfer) den Übergriff gar nicht immer bemerkt, bzw. es nicht als Übergriff ansieht und es mehr als ein Versehen abtut.

Ein Grund, warum Toucheure und Frotteure sich am liebsten dort aufhalten, wo Menschen sich drängen. So kann er schnell und unbemerkt wieder verschwinden. Der enge Körperkontakt erregt den Toucheur oder Frotteur, wobei es eben wichtig ist und die Erregung steigert, dass die Kontaktperson nicht einverstanden ist. Bei einer Partnerin könnte er dieses Bedürfnis also nicht ausleben.

Exhibitionismus

Die Lust am Entblößen vor Publikum:

Als Schamverletzer und Sittenstrolche jagt die Polizei sie, manchmal sogar mit Hubschraubern. Exhibitionisten gelten als gefährliche Triebtäter. Exhibitionistische Handlungen sind strafbar und können laut Paragraf 183 des Strafgesetzbuchs mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden. Ein Exhibitionist empfindet eine (sexuelle) Genugtuung und Befriedigung, wenn er sich vor anderen Menschen ganz oder teilweise entblößt und so Schock oder Überraschung bei ihnen hervorrufen kann. Einige der meist männlichen Exhibitionisten befriedigen sich während der Zurschaustellung ihrer Geschlechtsorgane selbst, andere später, andere nicht. Meist wünschen sie keinen näheren Kontakt zu ihrem Opfer. Eigentlich will er Aufmerksamkeit und sexuelles Interesse wecken. Hmm, irgendwie der falsche Weg.

Sadomasochismus

Toucheurismus, Exhibitionismus & Co.: Die dunkle Seite des Sex

Sadomaso – mit dem Gedanken spielt sicher so mancher. Schön anrüchig und gerade deswegen verlockend. Sadomasochismus ist der Oberbegriff für eine ganze Menge sexueller Neigungen und Vorlieben, die sich alle auf erotische Art mit Macht und Ohnmacht, Schmerz und Hingabe beschäftigen. Bondage (Fesselspiele) hat sicher jeder schon mal gehört, Schlagspiele und Rollenspiele sind dann schon eher Insidern ein Begriff. Dominas und Servas müssen übrigens selbst keine SMler sein, sondern üben einfach einen Beruf aus. Oberste Regel des Sadomasochismus: Freiwilligkeit! Ein Partner übernimmt den devoten (passiven), der andere den dominanten (aktiven) Part. In der Subkultur spricht man häufig von einem "Spiel" oder einer "Session". Das freiwillig vereinbarte Machtgefälle kann jederzeit wieder verlassen werden. Viele Sadomasochisten nehmen gerne beide Rollen an, sie "switchen" nach je nach Lust und Laune. Sie fahren nicht auf alle Arten von Schmerz ab, die Schmerzen müssen in einem erotischen Kontext eingebettet sein. Sadomaso ist nicht verboten: In Deutschland werden sadomasochistische Handlungen durch § 226a StGB (Körperverletzung mit Einwilligung) abgedeckt.

Fetischismus

Eine weitere Spielart menschlicher Sexualität ist die Verlagerung des sexuellen Ziels von einem lebenden Menschen des anderen Geschlechts auf etwas anderes, das als Ersatz für diesen Menschen dient. Latex, Schuhe, Unterwäsche, Uniformen - meist sind es Bekleidungsstücke, die den Fetischisten sexuell erregen. Aber auch bestimmte Körperteile oder Objekte, eigentlich fast jeder Gegenstand kann zum Objekt des Fetischismus werden. Der Betroffene benutzt den Fetisch um zu masturbieren, riecht oder reibt sich daran. Manche bitten auch den Sexualpartner darum, das Objekt zu tragen. Das kann alles harmlos sein. Ganz krass wird’s aber im Falle der fetischistischen Einverleibung. Einverleibung kann stattfinden durch den Mund, den After, die Genitalien oder die Haut. Wir erinnern uns an Armin Meiwes. Sein Fetisch ist das Fleisch von Männern. Im beiderseitigen Einverständnis vereinbarte er mit Bernd Brandes, dass er ihn sich einverleiben dürfe. Netter ist da die Geschichte einer Amerikanerin, die den Eiffelturm liebt und ihn geheiratet hat.

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