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Tollwut beim Menschen: Darum ist Rabies-Virus so gefährlich

Warum Tollwut so gefährlich ist
Tollwut beim Menschen: Nach wie vor ist eine Tollwut-Infektion meist tödlich. © picture-alliance/ dpa, Heiko Wolfraum

Tollwut beim Menschen endet meist tödlich

Tollwut gilt in Deutschland als ausgerottet. Das macht eine Infektion mit Tollwut beim Menschen aber nicht ungefährlicher. Denn in anderen Ländern kann man sich weiterhin infizieren - dann steht das Leben auf dem Spiel.

Das Wichtigste zuerst: Die Tollwut ist eine bereits seit Ewigkeiten bekannte Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine akute, fast immer tödliche Gehirnentzündung verursacht. Ausgelöst wird die Krankheit beim Menschen meist durch das Rabiesvirus, das das Nervensystem von Mensch und Tier massiv angreift.

Dass sich Menschen mit Tollwut infizieren, ist eher die Ausnahme. Zumeist erkranken Tiere an dem Virus. Vor allem Hunde und Füchse haben sich als Tollwutüberträger in unserem Gedächtnis festgesetzt. Das liegt aber daran, dass vor allem Füchse in früher noch in Deutschland vorhandenen Tollwut-Bezirken im Wald herumstreunten. An Tollwut erkranken können aber genauso Katzen, Frettchen, Dachse, Waschbären, Stinktiere, Wölfe oder Fledermäuse. Die Übertragung des Virus kann über den Speichel der Tiere erfolgen, beispielsweise wenn man gebissen wird.

In Deutschland gilt Tollwut seit 2009 als ausgerottet. Kritiker aber wollen diesbezüglich keine endgültige Entwarnung geben, schließlich ist nicht zu hundert Prozent kontrollierbar, ob sich womöglich ein infiziertes Tier aus dem Ausland innerhalb unserer Landesgrenzen herumtreibt. Das Tollwut-Virus überlebt in weiträumigen, abwechslungsreichen, ländlichen Tierwelt-Gebieten.

An Grenzen müssen Tierbesitzer im Normalfall einen entsprechen Impfschutz ihres Tieres vorzeigen, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern.

Tollwutimpfung: Nach Tierbissen sofort zum Arzt

In Nordamerika und Teilen Europas wurde die vorherrschende Wildtiertollwut durch die Impfung der Füchse stark zurückgedrängt. Große Gefahr aber besteht nach wie vor in Afrika, Asien und Lateinamerika. Dort sind tollwütige Hunde Hauptüberträger. Jährlich kommt es in diesen Regionen zu mehreren tausend Todesfällen beim Menschen, weil sie von Hunden gebissen wurden. Darunter in Einzelfällen auch bei Reisenden.

Das Dramatische: Die Tollwutkrankheit verläuft nach einer Infektion zu hundert Prozent tödlich. Der einzige Schutz ist eine rechtzeitige Impfung, die in der Regel durch drei Spritzen in zeitlichem Abstand erfolgt.

Auch eine aktive Impfung ist möglich - und dringend angeraten für Personen, die von einem Tollwut-verdächtigen Tier gebissen oder gekratzt wurden.

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