Todessimulator in Shanghai: Live-Rollenspiel bietet Touristen Probe-Sterben

Todessimulator in Shanghai: Live-Rollenspiel bietet Touristen Probe-Sterben
Eine neue Touristenattraktion in Shanghai bietet Teilnehmern unter anderem das Probe-Liegen im Sarg an © REUTERS

Einmal den Tod erleben - inklusive Wiedergeburt

Wir alle fragen uns, wie es ist, zu sterben. Ist der Sarg bequem? Gibt es wirklich einen Himmel? Wird man wiedergeboren? Zumindest einige dieser Fragen sollen jetzt beantwortet werden können: Zwei Unternehmer aus Shanghai bieten Touristen an, einmal zur Probe zu sterben – inklusive Einäscherung plus (Gott sei Dank!) Wiedergeburt.

Anfang September eröffnet in Shanghai die skurrile Touristenattraktion mit dem Namen 'Samadhi – 4D Experience of Death'. Besucher können hier das Sterben ausprobieren, wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet. Die Teilnehmer müssen verschiedene Prüfungen bestehen, um dem Tod zu entkommen – am Ende "sterben" sie dennoch unweigerlich.

Ausgedacht haben sich das grausige Rollenspiel die Unternehmer Ding Rui und Huang Wie-ping. Die beiden Geschäftsmänner betreiben eine Organisation, die Sterbebegleitung für Krebskranke anbietet. „Das Traurigste an dem Job ist nicht, die Patienten sterben zu sehen, sondern dass sich ihre Familien nicht mit dem Tod auseinandersetzen wollen“, erklärt Ding Rui in einem Interview mit CNN.

So kamen die Unternehmer auf die Idee zur Attraktion: Die Besucher sollen dazu bewegt werden, Fragen nach dem Sinn des Lebens zu stellen und sich mit dem Tod auseinandersetzen. Mit ihrer Geschäftsidee sind Ding und Huang übrigens nicht die Ersten: In Südkorea und Taiwan gibt es bereits ähnliche Angebote. Insgesamt 249 Renminbi (umgerechnet ca. 30 Euro) soll das Erlebnis kosten.

Bei dem Rollenspiel folgt dem Tod eine vorgetäuschte Einäscherung in einem Krematorium und eine daraufhin vorgetäuschte Wiedergeburt in einer Art künstlichen Gebärmutter. Das Erlebnis soll erschreckend realitätsnah sein, heißt es.

Der Gedanke hinter der Touristen-Attraktion ist vielleicht gar nicht so schlecht, denn wir alle setzen uns nur ungern mit dem Ende unserer Existenz auseinander. Für unsere Westler-Ohren klingt das Ganze aber eher nach einer Fahrt in einer Gruselachterbahn.

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