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Tod durch gekippte Ikea-Kommode: 'Malm' erschlägt Jungen

Tod durch gekippte Ikea-Kommode: Der kleine Ted (1) wurde erschlagen
Ted musste sterben, weil eine Ikea-Kommode ihn erschlug, die nicht der Wand befestigt wurde. © (c) twitter/ ‎@phillydotcom

Ted (1) starb, weil eine Ikea-Malm-Kommode ihn erschlug

Was Ted passierte, ist der Albtraum aller Eltern. Der fast Zweijährige sollte nur ein Weilchen schlafen, doch er stand auf und kletterte möglicherweise an einer Ikea-Malm-Kommode herumkletterte, die in seinem Kinderzimmer stand. Die Kommode, die ohne Halterung befestigt war, kippte und erschlug den Jungen mit ganzer Wucht. Als seine Eltern ins Kinderzimmer kamen, war ihr Sohn Ted tot.

In den USA ist dies bereits der dritte Todesfall innerhalb weniger Monate.

Das Tragische: Die Eltern haben das Regal falsch aufgebaut und haben einen Fehler begangen, den viele Ikea-Kunden machen. Die Ikea-Anleitungen von Regalen und der Malm-Kommode sehen vor, dass die Möbel zusätzlich an der Wand befestigt werden. So wird verhindert, dass Regale oder Schränke bei Belastung umkippen. Viele halten sich jedoch nicht daran und begnügen sich damit, die aufgebauten Möbel einfach anzulehnen.

Die Wandbefestigung nicht anzubringen birgt die Gefahr, dass die Möbel keine ausreichende Standfestigkeit haben. Es genügt schon, dass Kleinkinder sich an die Schubladen hängen oder gar hochklettern, bis das Möbelstück ins Wanken gerät. Ist der Schwerpunkt einmal zu sehr vorne verlagert, kippt das Möbelstück und kann beispielsweise Kleinkinder tödlich verletzen. In drei Fällen hat es schon zum Tod der Kinder geführt.

Ikea startete bereits 2015 eine Sicherheitskampagne

Ikea reagierte bereits mit einem deutlichen Hinweis in seinen Bedienungsanleitungen und weist auf die Gefahr ausdrücklich hin. Neben der üblichen Comic-Anleitung hat der Konzern noch explizit den folgenden Warnhinweis formuliert:

"Wenn Möbelstücke umkippen, können ernste oder lebensgefährliche Verletzungen durch Einklemmen die Folge sein. Um zu verhindern, dass das Möbelstück umkippt, muss es fest an der Wand verankert werden.

Beschläge für die Wandbefestigung sind nicht beigepackt, da sie von der jeweiligen Wandbeschaffenheit abhängig sind. Befestigungsbeschläge benutzen, die für die heimischen Wände geeignet sind. Bei diesbezüglichen Fragen den örtlichen Fachhandel zu Rate ziehen."

Auch die amerikanische Sicherheitskommission für Konsumprodukte warnte vor umkippenden Regalen und Kommoden des Herstellers und riet dazu, alle Möbel ab einer Höhe von ungefähr 59 Zentimetern dringend an der Wand zu befestigen. Im Rahmen der Vorfälle hat Ikea außerdem bereits 2015 mit einer Sicherheits- und Aufklärungskampagne reagiert. Sie stellten für über 27 Millionen Kunden kostenlos eines ihrer Wandbefestigungs-Sets bereit. Bei der Familie des kleinen Ted kam dieses Set nicht an. Sie wollen nun Anklage gegen Ikea erheben, weil sie nicht deutlicher davor gewarnt wurden. Das was dem Kind widerfahren ist, soll niemandem mehr passieren.

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