Tochter nur zum Missbrauch gezeugt

Mutter ahnte jahrelang nichts

Wie pervers kann ein Mensch sein? Ein Mann geht eine Beziehung mit einer Frau ein und hat dabei nur einen Hintergedanken: Er will mit ihr Kinder zeugen, um diese sexuell missbrauchen zu können. Susan ist die Mutter. Sie ahnte jahrelang nichts von den schlimmen Verbrechen, die ihr Mann an ihren Kindern beging. Jetzt geht sie mit diesen unerträglichen Vorwürfen an die Öffentlichkeit - um andere Kinder zu schützen.

Susan hatte schon eine Tochter. Ihr Mann aber drängte sie noch ein zweites Mal, schwanger zu werden, obwohl sie selbst das so gar nicht wollte. Susan gab dem Wunsch ihres Mannes nach, bekam noch eine zweite Tochter. Erst Jahre später begriff die Mutter, warum ihr Mann noch ein zweites Kind wollte - und die Welt brach für sie zusammen.

Heute weiß Susan, die in London wohnt und Mitte 40 ist, wie berechnend ihr Ex vorging und was er ihren beiden Töchtern alles angetan hat. Auf sein Verlangen setzte Susan damals die Pille ab und wurde schwanger. Ihr Partner war überglücklich. Kurz darauf beendete er die Beziehung, hatte aber weiter Kontakt zu den beiden Mädchen.

Hilfsorganisationen fordern Gesetzesänderungen

Eine unfassbare Masche, aber kein Einzelfall, das weiß auch die Psychologin Isabella Efthimiou. Es gibt in der Tat Pädophile, die sich ganz bewusst Frauen aussuchen, die entweder schon Kinder haben oder den Anschein haben, noch welche bekommen zu können. Das sei "durchaus eine gängige Strategie", so die Psychologin.

Susans Ex-Mann gab sich nach außen hin weiter als Vorzeige-Papa. Von den Übergriffen erfahren hat Susan erst, als die ältere Tochter sich ihr anvertraute. Wut schlug in Hass um, als auch die Jüngere im Alter von neun Jahren von sexuellem Missbrauch berichtet.

Unerträglich ist auch die Tatsache, dass Susans Ex-Mann nach zweieinhalb Jahren Gefängnis längst wieder frei ist und sogar die Kinder weiter sehen durfte - weil weiterer Missbrauch nicht bewiesen werden konnte. So sieht es das Gesetz in England vor. Deshalb fordern Hilfsorganisationen auch eine Gesetztesänderung und mehr Aufmerksamkeit für Opfer. Denn Missbrauch in der eigenen Familie gibt es überall - auch in Deutschland!

Susan ist an die Öffentlichkeit gegangen, um über ein Thema aufzuklären, über das sich kaum jemand traut zu sprechen. Eine starke, mutige Frau!

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