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TK-Gesundheitsreport 2016: Kinder halten Eltern gesund

Studie zeigt: Kinder halten ihre Eltern gesund
Studie zeigt: Kinder halten ihre Eltern gesund TK-Gesundheitsreport 2016 00:00:25
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Eltern fehlen gut zwei Tage weniger als Kinderlose

Kinder können für ihre Eltern zur Belastung werden - keine Frage. Doch auf der anderen Seite halten sie auch gesund. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2016 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Demnach sind Arbeitnehmer mit Kindern seltener krankgeschrieben als Kinderlose.

Für den Gesundheitsreport wurden Daten von 4,6 Millionen Erwerbstätigen ausgewertet. Zudem flossen 8.500 Fragebögen aus den vergangenen zwölf Jahren in die Studie ein. Das Ergebnis: Eltern fehlten im vergangenen Jahr im Schnitt nur 14,3 Tage, Beschäftigte ohne Kinder 16,5 Tage. "Auffällig ist allerdings, dass sich dieser Trend erst ab dem 40. Lebensjahr abzeichnet", so die TK. "In den jüngeren Jahrgängen liegen die Fehlzeiten bei Eltern noch höher, ab 40 dreht sich das Verhältnis um, und sie sind weniger arbeitsunfähig."

Eltern nehmen weniger Psychopharmaka

Die sogenannte Sandwich-Generation der 30- bis 44-Jährigen müsse nicht nur Familie und Beruf in Einklang bringen, erklärte TK-Vorstandschef Jeans Baas. In vielen Haushalten gebe es auch pflegebedürftige Eltern und Großeltern. Stressbedingte Krankschreibungen wie psychische Störungen spielen deswegen laut Gesundheitsreport bei 30- bis 44-Jährigen eine große Rolle. Insgesamt war diese Untersuchungsgruppe 2015 durchschnittlich 2,4 Tage wegen Depressionen, Belastungsstörungen und ähnlichen Problemen krankgeschrieben. Keine andere Diagnose verursachte in der Generation so viele Fehltage.

Doch auch hier gibt es einen Unterschied zwischen Eltern und Kinderlosen: Väter und Mütter bekommen laut Studie insgesamt weniger Psychopharmaka verschrieben als Erwerbstätige ohne Nachwuchs - und zwar über alle Altersgruppen hinweg. Bei Männern betrage die Differenz drei, bei Frauen sogar fast sieben Tagesdosen. Doch woran liegt das?

TK-Vorstandschef Jeans Baas erklärt das Phänomen damit, dass Kinder offenkundig "nicht nur eine Mehrbelastung" seien. Familie sei vielmehr auch eine Ressource, die sich positiv auf die Gesundheit auswirke. Darum verdiene die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch einen größeren Stellenwert in Betrieben und Krankenkassen.

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