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TiMSS-Studie: Deutsche Grundschüler sind in Mathe unter EU-Durchschnitt

Googeln als Schulfach: Grundschüler lernen bereits im Internet
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Deutschlands Grundschüler haben besorgniserregende Probleme mit Mathematik

Im internationalen Vergleich sind unsere Grundschüler im Rechnen deutlich abgerutscht. Das geht aus der aktuellen Bildungsstudie TIMSS hervor. Mittlerweile liegen sie sogar unterhalb des EU-Durchschnitts. In Naturwissenschaften wie Physik blieben die Leistungen der 4.000 deutschen Viertklässler zwar auf dem Niveau der Vorgängerstudie von 2011. Doch auch hier sind Schwächen zu verzeichnen: Nur knapp können sie in diesem Bereich mit dem EU-Schnitt mithalten.

Immerhin: Den weltweiten Test-Mittelwert übertrifft Deutschland in beiden Fächern deutlich.

Erschreckende Schul-Statistik

​Die Grundschüler der vierten Klasse rutschen im Ranking der breit angelegten TIMSS-Studie in Mathematik ab, in den Naturwissenschaften kommen sie auch nicht so recht voran. Und alle Baustellen der deutschen Bildungspolitik bleiben: zu viele "Risikoschüler", zu wenige Überflieger, erhebliche Probleme für Migrantenkinder, ein besorgniserregender Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Und auch der nach vor herrschende Lehrermangel in der Bundesrepublik trägt wohl seinen Teil dazu bei. 

TIMSS steht für "Trends in International Mathematics and Science Study". Die Erhebnung ist international angelegt und gilt (wie die bekanntere PISA-Studie der OECD) als sehr aussagekräftig. Gut 300.000 Grundschüler aus über 50 Staaten und Regionen ließen sich für "TIMSS 2015" testen. Zudem haben 250.000 Eltern, 20.000 Lehrer und 10.000 Schulleiter Auskünfte zum Unterricht gegeben. In Deutschland nahmen rund 4.000 Viertklässler an 200 Schulen teil.

Eins der traurigen Schlüssel-Ergebnisse: Mit Mathematik tun sich die deutschen Grundschüler besonders schwer. Während osteuropäische Länder wie Ungarn, Tschechien oder Slowenien teils riesige Fortschritte machten, rutschte Deutschland nun unter das Test-Level der EU: Fast jeder vierte deutsche Viertklässler schaffte nicht einmal die dritte von fünf Kompetenzstufen. „Diese Kinder beherrschen gerade mal die Grundrechenarten“, sagte der deutsche TIMSS-Chef Professor Wilfried Bos. Nur gut jeder Zwanzigste erreichte dagegen das Top-Niveau.

Immerhin in Naturwissenschaften wie Physik bleibt die Leistung unserer Grundschul-Kids einigermaßen konstant. Hier behalten die deutschen Viertklässler das Niveau der Vorgängerstudien, knapp über dem europäischen Durchschnitt. Aber auch hier zogen Länder wie Slowenien oder Schweden innerhalb von acht Jahren vorbei. 

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Soziale Schere mit Schuld

Die seit 'PISA 2000' beklagte enge Verbindung von sozialem Hintergrund und Bildungschancen bleibt leider bestehen. Die TIMSS-Experten hatten zur Erforschung nicht nur nach dem Berufs- oder Ausbildungsstand der Eltern gefragt, sondern auch nach der Anzahl von Büchern pro Haushalt. Das Ergebnis war alarmierend: Schüler mit mehr als 100 Büchern daheim haben gut ein Lernjahr Leistungsvorsprung. In den meisten EU-Ländern sind die Nachteile von Schülern aus bildungsfernen Elternhäusern geringer.

Auch bei der Leistung von Kindern mit Migrationshintergrund besteht Verbesserungsbedarf: Obwohl sich Grundschüler, von denen ein oder zwei Elternteile im Ausland geboren wurden, grundsätzlich im Test verbessern, haben sie in Deutschland weiterhin große Rückstände. Der Leistungsvorsprung von Kindern mit hierzulande geborenen Eltern betrug in Mathematik 31 Punkte, das entspricht fast dem Lernerfolg eines Schuljahres. In den Naturwissenschaften gab es sogar 47 Punkte Differenz. Die deutsche Schülerschaft war 2015 vielfältiger und damit komplizierter als bei früheren Tests. Auch damit lasse sich das mäßige Gesamtergebnis wohl ein Stück weit erklären, so der Dortmunder TIMSS-Forscher Bos.

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Frauen-Power: Mädchen holen in den Naturwissenschaften auf

Immerhin eine gute Nachricht ist zu verkünden. Nämlich holen die Mädchen in Mathematik und Naturwissenschaften auf: der gewohnte Leistungsvorsprung von Jungen gegenüber Mädchen in diesen Fächern ging deutlich zurück. Die Angleichung lag jedoch hauptsächlich an den Jungen, die sich verschlechterten. Ihre Mitschülerinnen hielten vorwiegend ihre Leistungswerte oder konnten sich leicht verbessern

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