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Tigermücke aus Asien überträgt Dengue-Fieber

Asiatische Tigermücke kann Dengue-Fieber übertragen

Als wären juckende Mückenstiche durch die heimischen Plagegeister nicht genug: Nun breitet sich in Deutschland auch noch die Tigermücke aus. Schuld daran ist die Klimaerwärmung. Experten sehen den Vormarsch der fliegenden Quälgeister aus Asien mit großer Sorge. Denn die gestreiften Insekten können gefährliche Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel das Dengue-Fieber.

Die asiatische Tigermücke: klein, aber gefährlich
Tigermücken aus Asien breiten sich aus

Einer aktuellen Studie zufolge haben sich die klimatischen Bedingungen bereits zwischen 1990 und 2009 etwa in Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern und den angrenzenden Gebieten Deutschlands zugunsten der Tigermücke verändert: Die Winter sind wärmer geworden und die Niederschläge haben zugenommen. Vor allem in Italien hat sich die Mücke nach Angaben der Wissenschaftler daher bereits weitestgehend festgesetzt. Sie zählt zu den 100 sich am schnellsten verbreitenden Tieren der Welt.

Nun arbeitet sich die Tigermücke auch in Deutschland Richtung Norden vor. Das bestätigt die Studie von Forschern aus Großbritannien und Belgien, die ihre Ergebnisse im Journal „Interface“ der Royal Society veröffentlicht haben. Das Insekt ist als Überträger von Krankheiten wie dem Dengue- oder Chikungunya-Fieber potenziell gefährlich. Die Erkrankungen verursachen unter anderem starke Kopf- und Gliederschmerzen, können aber auch zu Blutungen, Koma bis hin zum Tod führen.

Asiatische Tigermücke als blinder Passagier

Vor allem in Süddeutschland wird die Tigermücke regelmäßig von Wissenschaftlern entdeckt. Zum Beispiel in Baden-Württemberg entlang der A5, eingeschleppt von Autofahrern als "blinder Passagier" aus Italien und der Schweiz. In mit Wasser gefüllten Autoreifen oder auch Schnittblumen, die nach Deutschland importiert werden, fühlen sich die Tigermücken besonders wohl. Ursprünglich stammt die Tigermücke aus Afrika und Asien. Da jedoch auch unsere Sommer immer wärmer werden, fühlen sich die Exoten längst auch in Deutschland heimisch.

Tigermücken-Eier können auch lange Trockenheitsphasen ohne Schaden überdauern. Und wenn es dann wieder feuchter wird, schlüpfen die Larven, aus denen letztlich dann mal Tigermücken werden. Wenn die zustechen, ist der Juckreiz zwar nicht unangenehmer als bei einheimischen Mücken. Heikel wird es aber, wenn die Mücke Krankheiten überträgt. „Die Tigermücken sind vor allem deswegen so gefährlich, weil sie Viren und vor allem das Dengue-Fieber übertragen“, warnt Insektenforscher Dr. Norbert Becker.

Für die Mückenprophylaxe gilt: Lassen Sie möglichst keine Regentonnen offen stehen und gießen Sie Balkonpflanzen nicht übermäßig. Überstehendes Wasser bietet den gefährlichen Biestern nämlich optimale Brutbedingungen. Außerdem hilft ein Mückenschutz an Fenstern und Balkontüren. Aber auch mit Nelken gespickte Zitronenhälften halten die Mücken fern - auch die asiatischen.

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