Tierversuche: Heimliche Aufnahmen zeigen das Leid von Versuchstieren

Affen werden stundenlang fixiert

Es sind erschütternde Bilder, die ein Tierschützer mit versteckter Kamera im Max-Planck-Institut in Tübingen gemacht hat: Zu sehen sind Affen mit offenen Wunden, Affen, die sich erbrechen oder Anzeichen einer Traumatisierung zeigen - immer wieder wiederholen diese Tiere ein und dieselbe Bewegung. Der Mann, der unerkannt bleiben möchte, hatte sich als Pfleger im Institut eingeschleust, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie die Tierversuche ablaufen. Stern TV berichtete über diese grausame Geschichte und sprach mit dem Tierschützer im Interview.

Tierversuche: Heimliche Aufnahmen zeigen das Leid von Versuchstieren
Im Max-Planck-Institut werden Affen grausamen Tierversuchen unterzogen (Motivbild)

Seit August vergangenen Jahres arbeitete der Tierschützer als Pfleger am Max-Planck-Institut in der Abteilung für biologische Kybernetik. Nach sechs Monaten kündigte er wieder und ging – mit rund 100 Stunden Filmmaterial im Gepäck. Die Aufnahmen dokumentieren, was sich vor seinen Augen abspielte. "Als ich das letzte Mal die Tür hinter mir geschlossen habe, war das eine große Erleichterung", erzählte er stern TV.

Zur Erforschung des Gehirns werden die Tiere stundenlang auf spezielle Stühle geschnallt und müssen auf visuelle Reize reagieren. Ihre Köpfe sind mit Schrauben fixiert, sie sind bewegungsunfähig. Teilweise bekommen sie tagelang kein Wasser.

Experte: "Forschung geht in falsche Richtung"

Das Institut selbst zeigt auf seiner Homepage zufriedene und unverletzte Tiere. Es ist die Rede von einer mäßigen Belastung und strengen Kontrollen bei den Tierversuchen. So begründet es seine Forschung: "In der Grundlagenforschung geht es um grundlegende Funktionsprinzipien, auf die die angewandte klinische Forschung überhaupt erst aufbauen kann. (…) Dabei gilt auch, dass jeder Erkenntnisgewinn ein kleines Puzzleteil ist, das zum Wohle der Menschheit dienen kann".

Eine irreführende Darstellung, findet zumindest Friedrich Mülln von der 'Soko Tierschutz', der die Undercover-Recherche organisiert hat. Er behauptet, dass die Tiere in den Laboren gequält werden und dort einen grausamen Tod sterben. "Diese Forschung geht absolut in die falsche Richtung. Tiere und Menschen sind eben nicht vergleichbar. Hier wird nur die Neugier gewisser Forscher befriedigt. Und das auf Kosten von unglaublich hohem Tierleid."

Anzeige