Tierschutz: Fleisch von glücklichen Tieren hat seinen Preis

Wem das Wohl der Tiere am Herzen liegt, darf kein Billigfleisch kaufen

Es sind nur 60 Sekunden und eigentlich sind die Bilder nicht neu. Dennoch lässt das Video, das die Tierrechtsorganisation PETA auf ihrer Homepage präsentiert, keinen unberührt. Es zeigt kranke, verkrüppelte, blutende, leidende, tote Tiere. Unter Tierschutz stellen wir uns etwas anderes vor. Und dennoch landet das Fleisch von solchen Tieren bei vielen Verbrauchern täglich auf dem Teller.

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Denn auch wenn wahrscheinlich jeder von uns Massentierhaltung und tierschutzwidrige Bedingungen ablehnt, ist der günstige Preis beim Kauf für viele doch das wichtigere Argument. Und genau das kritisieren der deutsche Tierschutzbund und andere Vereine an dem diesjährigem Welttierschutztag am 4. Oktober. Unter dem Motto: „Dauerhafte Billigpreise für Fleisch senken das Tierschutzniveau“ wollen die Verbände den Handel und auch die Käufer für das Thema Tierschutz sensibilisieren.

„Wer billiges Fleisch verkauft oder kauft, nimmt solche Zustände in Kauf: Wer sich beim Einkauf bewusst für mehr Tierschutz entscheidet, kann dadurch beeinflussen, wie die Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden“, heißt es in der Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbundes. PETA geht sogar noch eine Schritt weiter: Für sie bedeutet konsequenter Tierschutz – vegan zu leben.

Müssen wir also auf Wurst, Käse und Spiegelei verzichten, damit die Tiere nicht leiden müssen? Konsequent wäre es zwar, allerdings würde es schon viel bewirken, wenn wir Tierprodukte bewusster einkaufen würden. Der Umstieg auf Bio-Produkte wäre dabei der erste Schritt. Denn Bio-Lebensmittel müssen strenge Kriterien erfüllen, damit sie das Siegel tragen dürfen. Vielen Verbänden reichen die Richtlinien der gesetzlichen Standards jedoch nicht aus. Aus diesem Grund haben sich unterschiedliche Öko-Anbauverbände gebildet, die über die Öko-Vorgaben hinaus strengere Maßnahmen einhalten. Auch Produkte mit dem sogenannten 'Tierschutzlabel' garantieren Verbesserungen bei der Haltung, der Schlachtung und dem Transport von Tieren.

Solche Produkte haben natürlich ihren Preis. Doch dieser Preis sollte es uns wert sein, wenn uns das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Und wenn wir statt jeden Tag nur noch zwei bis drei Mal pro Woche Fleisch essen, wird sich das im Geldbeutel kaum bemerkbar machen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 300-600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist bei vielen von uns garantiert noch Luft nach unten.