TIERE TIERE

Tierpfleger klagt an: Zootiere werden unter Drogen gesetzt!

Tiere mit Drogen ruhig gestellt

Sie lassen sich streicheln und wirken recht friedlich. Zur Belohnung gibt es kleine Häppchen. Aber kriegen die Tiere in deutschen Zoos über solche Häppchen regelmäßig Psychopharmaka verabreicht? Werden sie ruhig gestellt, um das Leben im Zoo besser ertragen zu können?

Tiere in deutschen Zoos werden mit Drogen betäubt
Zootiere mit Drogen ruhig gestellt - Alltag in Deutschland? © picture alliance / Mary Evans Pi, Thomas Marent / ardea.com

Obwohl die meisten Zoodirektoren diesen Vorwurf von sich weisen, gibt es Hinweise, dass Tiere in deutschen Zoos regelmäßig mit Medikamenten betäubt werden. Im Zoo-Delfinarium in Nürnberg waren Medikamente offenbar bis 2011 häufiger auf dem Speiseplan.

Ein ehemaliger Tierpfleger aus dem Wuppertaler Zoo berichtet jetzt davon, dass ein aggressiver Schimpanse schon aus dem Babyfläschchen Valium eingeflößt bekam - ohne den Milch-Medikamenten-Cocktail sei der Affe oft ausgerastet.

Tierschützer schlagen Alarm

Tierschützer beklagen, dass viele eingesperrte Tiere in den Zoos verhaltensgestört seien. Deshalb sollen neue Richtlinien für die Zootierhaltung her. Dem deutschen Tierschutzbund geht dies nicht weit genug. Die Chance, Verbesserungen für die Tiere zu erreichen, wurde scheinbar nicht genutzt. Viel wahrscheinlicher ist, dass man den Tieren wohl weiterhin Psychopharmaka verabreichen wird, um sie ruhig zu stellen.

Das NRW-Umweltministerium kündigte Schwerpunktuntersuchungen an, was den Gebrauch von Medikamenten in Zoos betrifft. Aus Sicht des Ministeriums dürfen Psychopharmaka allenfalls anlassbezogen angewendet werden. Eine dauerhafte Medikation wird konsequent abgelehnt.

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