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Thrombose ist keine 'alte-Leute-Krankheit': Richtig vorbeugen und behandeln

Mit 19 Jahren Thrombose!
Mit 19 Jahren Thrombose! Die Krankheit kann jeden treffen 00:01:49
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Auch junge Leute sollten Thrombose vorbeugen

Thrombose betrifft nicht nur Senioren - Laura Suck ist das beste Beispiel dafür. Sie ist erst 19 Jahre alt und muss mit verstopften Venen und Arterien leben. Deshalb nimmt Laura regelmäßig Blutverdünner und trägt am linken Bein einen Thrombosestrumpf. Doch kann diese Krankheit tatsächlich jeden treffen? Welche Risikogruppen gibt es? Wir haben die wichtigsten Thrombose-Fragen für Sie geklärt.

Thrombose mit 19 Jahren - das geht

Studentin Laura zählt nicht zur klassichen Risikogruppe. Sie nimmt zwar die Anti-Baby-Pille, ist aber Nichtraucherin. Dennnoch kamen einige Faktoren bei ihr zusammen, die eine Thrombose verursachten. Im Fall der jungen Studenten kann das lange Sitzen und Liegen während einer Reise der Auslöser für die Thrombose gewesen sein. Im Kankenhaus diagnostizierten die Ärzte zusätzlich eine Venenverengung in der Beckenvene. Seitdem ist das junge Mädchen auf den Kompressionsstrumpf und die Blutverdünner angewiesen. Eventuell lässt sich Laura Suck demnächst in einer OP einen sogenannten 'Stent' legen. Dann müsste sie zumindest keine Medikamente mehr nehmen.

Thrombose: Ursachen und Symptome - richtig vorbeugen und behandeln

Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht bestätigt: Thrombose kann jeden treffen. "Wir haben alle Venen und wir haben alle Aterien - und diese können alle verstopfen. Natürlich passiert es bei älteren Menschen häufiger, aber prinzipiell kann jeder Thrombose bekommen."

Welche Risikogruppen gibt es? Wie kann ich erkennen, ob ich gefährdet bin?
"Grundsätzlich sind Frauen eher gefährdet als Männer. Außerdem zählen Schwangere zur Thrombose-Risikogruppe und vor allem auch Raucher. Die sind sogar besonderes stark betroffen. Das größte Risiko tragen allerdings übergewichtige Raucherinnen, die die Anti-Baby-Pille nehmen. Diese Kombination kann unter Umständen tödlich sein", warnt Dr. Specht.

Warum ist eine Thrombose gefährlich?
"Wenn wir von Thrombose sprechen, meinen wir meistens die tiefe Beinvenenthrombose. Also die Verstopfung einer Vene im Bein. Die ist an sich schon sehr unangenehm, da sich das Blut staut und nicht zurückfließen kann. Doch das eigentliche Problem ist die Folge einer solchen Thrombose. Wenn sich beispielsweise ein 'Pfropfen', ein Stückchen verklumptes Blut, aus dem Stau löst und in die Lunge schießt, kommt es schnell zu einer Lungenembolie und damit dann zu einem lebensbedrohlichen Zustand", so Dr. Specht.

Wie kommt es eigentlich zu einer Thrombose?
"Für die Thrombose ist entscheidend, dass sich die Fließeigenschaften des Blutes ändern. Das bedeutet, irgendwo im Körper fließt das Blut nicht mehr so flüssig, wie es sollte. Es gibt Strömungsveränderungen. Dann verändert sich auch automatisch die Innenauskleidung der Vene. Es entsteht eine Entzündung. Durch die Reaktion des Körpers wird der Innenraum der Vene verengt und das Blut kann nicht mehr zurück zum Herzen fließen. Das verursacht die Thrombose", sagt der Allgemeinmediziner. 

Wie kann ich eine Thrombose erkennen?
Wenn es um die tiefe Venenbeinthrombose geht, bemerken viele Betroffene die Krankheit erstmal gar nicht. Das ist das Tückische daran. Teilweise kann der Unterschenkel aber durchaus dick werden, auch bläulich anlaufen und schmerzen.

Thrombose kann jeden treffen
Thrombose kann jeden treffen RTL-Experte Dr. Specht beantwortet die wichtigen Fragen 00:03:43
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Welche Behandlungsmethoden gibt es?

"Wenn eine Thrombose erkannt wird, sind es die verhassten Kompressionsstrümpfe, die wirklich wichtig werden. Sie müssen beim Betroffenen genau angepasst werden, damit sie das Bein fest zusammendrücken und das Blut wieder nach oben fließt. Das Blutgerinsel kann sich so auflösen. Außerdem gibt es natürlich auch Medikamente, die helfen können - sogenannte Blutverdünner. Diese verdünnen aber in Wirklichkeit gar nicht das Blut, sie sorgen lediglich dafür, dass sich die Blutungseigenschaften verändern. Darüber hinaus können auch operative Behandlungsmethoden gewählt werden", erklärt Dr. Specht.

Wie kann ich einer Thrombose vorbeugen?

"Ganz generell ist zu sagen: Bewegung ist das A und O. Wer sich fit hält und Sport treibt, beugt einer Thrombose am besten vor", so Dr. Specht. Ausdauersportarten, wie Schwimmen, Laufen, Radfahren aber auch Wandern, sind besonders wirksam. Denn die bringen die 'Muskelpumpe' in Schwung und unterstützen so den Blutfluss in den Beinvenen.

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