Thomas Hitzlsperger outet sich: Scheinfrau fürs Image?

Thomas Hitzlsperger outet sich und will anderen Mut machen

Sommer 2007 – damals steht Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger kurz vor seiner Hochzeit mit seiner damaligen Freundin Inga. Doch nur vier Wochen vor der Trauung bläst der heute 31-Jährige alles ab! War das der erste Vorbote zu seinem heutigen Coming-out? Im Magazin „Die Zeit“ verkündet der Sportler jetzt öffentlich: „Ja, ich bin schwul. Ich äußere mich zu meiner Homosexualität, weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte.“

Thomas Hitzlsperger outet sich: Scheinfrau fürs Image?
© dpa, A3587 Ronald Wittek

Mit diesem Coming-out ist Thomas Hitzlsperger der erste Nationalspieler überhaupt, der sich traut, öffentlich zu seinem Interesse an Männern zu stehen. Für andere, nicht ganz so bekannte Fußballprofis wie Marcus Urban ist Hitzlspergers Selbst-Outing ein Meilenstein für homosexuelle Sportler, wie auch er einer ist. Urban beendete seine Fußballer-Karriere vor ein paar Jahren, weil er das Versteckspiel satt hatte. „Er hat jetzt die Chance so zu leben, wie er leben will. Das ist wichtig für die Lebensqualität. Er ist ein Vorbild für viele Jugendliche und Erwachsene“, so der ehmalige DDR-Fussballprofi.

Was heute Vielen merkwürdig erscheint, ist Hitzlspergers achtjährige Beziehung mit Inga Trotzauer. Als der Profi-Fußballer vor fast sieben Jahren kurz vor der Hochzeit doch noch seine Meinung änderte, änderte sich offenbar auch seine sexuelle Orientierung. "Erst in den letzten Jahren dämmerte es mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammen leben möchte", so Hitzlsperger.

Scheinfrauen sollen vor dem Imageschaden bewahren

Mit seinem Coming-out feuert Thomas Hitzlsperger jetzt erneut die Diskussionen über Homosexualität im Fußball an. Offiziell gibt es auf dem Feld nämlich keine schwulen Spieler. Dabei geht es nicht um den Sport selbst, sondern nur um das Geld, sagt PR-Agent Marc Donner. Und das sei nicht nur im Fußball so: "Boxen, Rennsport, das sind Sportarten, die männlich sind. Wenn dann einer kommt und outet sich, dann verliert er mit Sicherheit all seine Werbeverträge und ist raus aus dem Rennen."

Damit dieser Imageschaden nicht das Karriereaus bedeutet, warten einige Spieler, so wie auch Thomas Hitzlsperger, mit ihrem Coming-out bis zu ihrer Fußball-Rente. Oder sie gehen andere Wege, um ihre Homosexualität zu verbergen. Es soll Manager geben, die ihren Schützlingen falsche Freundinnen besorgen. Sogar Georgina Fleur wurde schon gefragt, ob sie eine Alibi-Frau spielen könne.

Thomas Hitzelsperger will seine Homosexualität erst nach Beendigung seiner Beziehung zu Inga Trotzauer entdeckt haben. Sowohl er, als auch seine Ex-Freundin, lehnten heute sämtliche Interviewanfragen ab. Trotzdem bleibt sein Coming-out ein mutiger Schritt!

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