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Thema Periode enttabuisiert: Olympia-Schwimmerin Fu Yuanhui aus China wird im Netz gefeiert

Chinesische Schwimmerin Fu Yuanhui enttabuisiert das Thema Periode
Das Netz feiert sie für ihre Offenheit. © Getty Images, Bongarts, js

Chinesische Schwimmerin enttabuisiert das Thema Periode

In ihrer Heimat China wird Schwimmerin Fu Yuanhui derzeit wie ein Star gefeiert. Doch nicht etwa, weil sie bei den Olympischen Spielen in Rio eine Medaille geholt hätte, sondern weil sie das Thema Periode im Wettkampf erwähnte. Damit hat die 20-Jährige ein Thema angesprochen, welches bis heute eigentlich ein Tabu ist - und das nicht nur in China.

Nach ihrer Niederlage bei der 4x100-Meter-Lagenstaffel, bei der sie mit dem 4. Platz knapp an einer Medaille vorbei schwamm, sagte Fu im einem TV-Interview: "Ich habe gestern meine Periode bekommen und fühlte mich sehr müde – aber das ist keine Entschuldigung, ich bin einfach nicht schnell genug geschwommen."

Die Menstruation im Wettkampf - bisher ein absolutes Tabuthema. Denn geht es im Rennen um Medaillen nicht vor allem um Stärke, Leistung und um den Sieg? Da wirkt ein kleines Periodengeständnis am Beckenrand herrlich menschlich. Diesem sympathischen Bekenntnis sollte man Respekt zollen, finden wir!

Wie stehen Leistungsfähigkeit und Periode in Zusammenhang?

Grundsätzlich sind die Nebenerscheinungen der Periode bei allen Frauen unterschiedlich. Viele Frauen verspüren Schmerzen und Abgeschlagenheit während der Menstruation: Sei es Unterleibskrämpfe, Spannungen in der Brust, Rückenschmerzen, Schwindel oder das bloße Schwächegefühl, das bereits vor der Periode einsetzen kann. Die Abgeschlagenheit liegt speziell an dem Hormon Progesteron, dass für Wassereinlagerungen Brustspannung sorgt. Dass die Tagesform mit dem weiblichen Zyklus zusammenhängt, betrifft besonders Frauen, die die Anti-Baby-Pille nicht einnehmen.

Sie sollten die Wehwehchen der Menstruation aber nicht als Grund nehmen, keinen Sport zu machen, denn Bewegung hilft die Schmerzen zu lindern.

Während ein Moment des Zyklus' also zu einem körperlichen Defizit führen kann, gibt es auch die Möglichkeit, dass er den weiblichen Körper zur stärkeren Leistungsfähigkeit verhilft. Daran ist das Hormon Östradiol beteiligt, dass kurz vor dem Eisprung ausgeschüttet wird und für eine stärkere Belastbarkeit der Muskeln sorgt.

Zu viel Sport kann dem weiblichen Zyklus jedoch auch schaden. Sobald der Körperfettanteil zu gering ausfällt, kann es dazu kommen, dass die Regelblutung ausbleibt. Dann ist es wichtig, dass Sportlerinnen genügend Eisen und Kalzium zu sich nehmen.

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