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Terror-Angst bei Klassenfahrten, Festivals und Co.: Eltern sorgen sich um ihre Kinder

Wie Eltern mit der Angst vor Terror umgehen sollten
Wie Eltern mit der Angst vor Terror umgehen sollten Sorge um die eigenen Kinder 00:02:16
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Angst ums Kind - wegen Terror

Eine Abschlussfahrt nach Paris, ein Schüleraustausch mit Brüssel, eine Studienfahrt nach Rom: Für viele Jugendliche sind diese Erlebnisse die schönsten der Schulzeit. Doch die meisten Eltern machen sich jetzt große Sorgen um ihre Kinder - und nach den Terroranschlägen in Frankreich und Belgien noch mehr als je zuvor. Sie beschleicht ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken, dass sich das eigene Kind bei einer solchen Reise - oder auch auf Veranstaltungen - in Gefahr begeben könnte. Doch wie sollte man mit diesen Ängsten umgehen?

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts 'forsa', die im Auftrag von RTL entstanden ist, zeigt: Fast ein Viertel der Deutschen hat Angst vor Großveranstaltungen und meidet diese deshalb. Die anderen wollen sich den Spaß an Konzerten und Partys nicht verderben lassen und gehen trotzdem hin - jedoch mit einem mulmigen Gefühl. Doch wenn die eigenen Kinder erwachsen werden und selbst zu solchen Veranstaltungen wollen, dann beunruhigt das viele Eltern. Sie haben Angst, dass ein Anschlag gerade das eigene Kind trifft und wollen dieses deswegen am liebsten gar nicht mehr aus dem Haus lassen.

So auch Kathleen Lepel aus Leipzig. Ihr 14-jähriger Sohn kommt bald in das Alter, in dem man Großveranstaltungen oder Konzerte besuchen möchte. Außerdem will er mit der Schule nach London fahren. Das ist seiner Mutter aber überhaupt nicht recht. Sie sagt: "So lange ich verhindern kann, dass mein Sohn zu solchen Veranstaltungen fährt (...), werde ich das auch tun." Aber ist das wirklich der richtige Weg?

Beflügeln statt Entwicklung blockieren

Nichts ist natürlicher als das Bedürfnis von Eltern, ihre Kinder vor Gefahren zu schützen. Das eigene Kind los zu lassen und es beispielsweise auf Klassenfahrt in eine Großstadt zu schicken, das war noch nie leicht für Eltern. Und die Bedenken sind heute – nach den Anschlägen in vielen europäischen Städten – nicht kleiner geworden. Darum sind Kathleens Sorgen auch nachvollziehbar. Doch laut Psychologin Katharina Ohana ist Kathleens Vorhaben, den Sohn in Zukunft nicht an Großveranstaltungen teilnehmen zu lassen, falsch.

"Eltern sollten den Kindern Flügel verleihen, anstatt sie zu stutzen", so die Expertin. Mit ihren Ängsten könnten Eltern nur Gegenteiliges bewirken, nämlich die Entwicklung ihrer Kinder blockieren. Und das sei das Schlimmste, was sie den Sprösslingen antun könnten.

Im Video sehen Sie, wie andere Eltern mit ihren Ängsten umgehen und was ihnen Expertin Katharina Ohana rät.

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