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Termin beim Facharzt: Neue Servicestelle soll vermitteln

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So oft verschreiben Ärzte unnötig Antibiotika Erschreckende Medikamentenstudie 00:00:22
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Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wer kennt das nicht: Der Hausarzt stellt eine Überweisung zum Facharzt aus, doch zeitnah dort einen Termin zu bekommen, ist nahezu unmöglich. Vor allem in Großstädten, wo viele Privatpatienten leben, gibt es große Probleme. Seit dem 25. Januar 2015 sollen gesetzlich Versicherte in dringenden Fällen innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt bekommen - vermittelt durch die Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen. Aber klappt das?

Unter einer speziellen Servicenummer der neuen Vermittlungsstelle können Sie sich einen Termin vermitteln lassen. Wir verraten, welche Ansprüche und Wünsche Sie dabei äußern können und wie das Ganze funktioniert.

Um welche Termine geht es?

Vermittelt werden nur Facharzttermine, aber keine Termine bei Psychotherapeuten oder Zahnärzten. Auch für Untersuchungen beim Augen- oder Frauenarzt gilt die Neuerung nicht. Hausärzte und Kinderärzte sind ebenfalls von der Regelung ausgenommen. Voraussetzung für die Vermittlung der Termine ist, dass die Überweisung als dringlich gekennzeichnet ist. Die Termine sollen innerhalb von vier Wochen zustande kommen. Klappt das nicht, wird ein ambulanter Behandlungstermin in einem Krankenhaus vermittelt. In so einem Fall kann sich die Wartezeit um eine Woche verlängern.

Muss die Servicestelle immer eingeschaltet werden?

Nein, Patienten können sich auch - wie bisher - selbst um einen Termin beim Facharzt bemühen oder dies dem Hausarzt überlassen.

Wie läuft die Vermittlung eines Termins ab?

Die Servicestellen nehmen die Terminangebote der Ärzte auf und notieren die Anfragen. In Westfalen wird der Termin dem Patienten per Telefon mitgeteilt. Im Rheinland soll das per Post geschehen. Fernziel ist, die Terminverwaltung elektronisch abzuwickeln.

Kann ich mir einen Facharzt aussuchen?

Nein. Wünsche nach Sonderterminen oder bestimmten Ärzten können nicht erfüllt werden, betont die Kassenärztliche Vereinigung. Der zugewiesene Facharzt muss jedoch in zumutbarer Entfernung erreichbar sein.

Was genau bedeutet 'zumutbare Entfernung'?

Die Verbraucherzentrale NRW erklärt: "Als zumutbar gilt die Wegstrecke vom Wohnort des Patienten zum nächstmöglichen Facharzt plus 30 Minuten Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer entfernteren Arztpraxis. Das bedeutet konkret: Praktizieren der nächstgelegene Orthopäde oder Augenarzt 15 Minuten von zu Hause entfernt, muss der vorgeschlagene Facharzt innerhalb von 45 Minuten mit Bus und Bahn erreichbar sein. Bei besonderen Fachärzten - etwa Radiologen, Spezialinternisten oder Kinder- und Jugendpsychiatern - ist eine Strecke von weit mehr als 60 Minuten zum nächsten Facharzt zumutbar."

Wann und wie sind die Servicestellen zu erreichen?

Für jedes Bundesland gibt es eine extra Terminservicestelle mit jeweils einer anderen Telefonnummer. Diese findet sich zum Beispiel auf der Website Ihrer Krankenkasse. Die rheinische Servicestelle hat die Nummer 0211/5970 8990 und ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 8 und 12 Uhr sowie montags, dienstags, donnerstags von 14 bis 16 Uhr und mittwochs von 14 bis 17 Uhr zu erreichen.

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