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Teddybärenklink in Dresden: So wird Kindern die Angst vor dem Arzt genommen

Studenten zeigen Kindern, wie es im Krankenhaus zugeht

"Der hat sich das Ohr gebrochen, der ist nämlich hingefallen", erklärt ein kleines Mädchen. Sie hat ihr Plüschtier in die Dresdner Teddybärenklinik gebracht. Die wird seit elf Jahren jedes Jahr für drei Tage geöffnet. Kinder können ihre „kranken“ Spielsachen dorthin bringen und sehen, wie eine Behandlung im Krankenhaus aussehen kann – so soll ihnen die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern genommen werden.

Teddybärenklink in Berlin: So wird Kindern die Angst vor dem Arzt genommen
Kinder bringen ihre "kranken" Plüschtiere in die Klinik, um sie von Medizinstudenten behandeln zu lassen.

"Der ist hingefallen und hat sich den Fuß verstaucht" – diesen Satz hören die Dresdner Medizinstudenten oft. Im Teddybärenkrankenhaus werden die ausgefallensten Krankheiten und Verletzungen kuriert, von Brüchen bis hin zu Verdauungsstörungen. "Meiner hat Diarrhoe, das heißt Durchfall" - ein kleiner Junge glänzt mit Fachwissen.

Die Kinder durchlaufen zusammen mit ihren Plüschtieren alle Stationen einer Behandlung im Krankenhaus: Von der Anmeldung über die Untersuchung und die Diagnose vom Arzt bis hin zum Ausstellen des Rezepts. Anstatt bitterer Pillen gibt es hier allerdings Bio-Äpfel, Zwieback und Traubenzucker.

Über ein Hundert Medizinstudenten sind im Einsatz, um den Kindern die Scheu vor Ärzten und Untersuchungen zu nehmen. Spielerisch lernen die Kinder in einem Rollenspiel die Arztroutinen kennen. Aber auch die Eltern selbst können schon vorher Ängste gezielt verringern.

Kindern Angst vor Ärzten nehmen: Drei Tipps vom Kinderarzt

Der Kinderarzt Dr. Jörg Reichert hat drei Tipps, wie Erwachsene ihren Kindern die Angst vor Ärzten und Krankenhäusern nehmen können:

Erstens sollte man Positives vom Arztbesuch berichten, zum Beispiel: „Ich bin froh, dass ich heute schnell dran war. Die Behandlung hat nicht lange gedauert und ich fühle mich schon besser“.

Dr. Reicherts zweiter Tipp ist es, Kinder öfter mal zum Arzt mitzunehmen: Wenn Kinder dabei sind, wenn Mama oder Papa untersucht werden, wird ihre Angst vor dem Arzt schwinden.

Der dritte Tipp des Kinderarztes: Eltern sollten versuchen, den Kindern ganz genau zu erklären, was sie erwartet. Das Schlimmste für Kinder ist, wenn sie orientierungslos sind und nicht wissen, was als nächstes passiert.

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